17.

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Ludwig Ferdinand) (Schmid Dranmor: 17. (1855)

1
Wer in der Heimat keine Ruhe fand
2
Und draußen auf der See sie auch nicht findet
3
Und nun sich nachts auf seinem Lager windet
4
Und drückt sein Ohr an der Kabine Wand
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Und lauscht den großen Wassern, stets bewegt,
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Und hört ihr Plätschern auf die leichten Bretter,
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Der denkt gewiß, beim schönsten Reisewetter,
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Daß sich der Tod an seine Seite legt;
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Und wenn es plötzlich heißt: Das Schiff ist leck,
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Und schwer, wie uns bedünkt, das Loch zu stopfen –
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Wird freilich mehr als ein gelinder Schreck
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Dem armen Manne auf die Beine klopfen.
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Doch wenn nun ein entfesselter Orkan
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Sich täppisch heftet an den morschen Kasten,
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Daß jede Planke stöhnt und daß die Masten
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Sich beugen müssen vor dem Grobian,
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Dann tobt das alte Meer in Donnerlauten,
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Dann fährt durchs Takelwerk ein böser Pfiff,
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Dann wird zur Hölle das geplagte Schiff
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Für den mit seinem Wesen nicht Vertrauten.
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Mag ihren Schaum, den aufgewühlten, gelben,
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Die zügellose See zum Himmel spritzen;
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Mag sie im Diamantenschmucke blitzen
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Sobald die Nacht erscheint – es sind dieselben
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Grausamen Spiele für den Passagier,
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Der früher sich an Traumgebilden sonnte,
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Die er beherrschen und verändern konnte,
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Er, so beklommen und so kleinlaut hier! – –
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Die Rettungsböte reißt der Wogen Kamm
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Hinunter vom Verdeck und auf die nackte
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Hülflose Schale stürzen Katarakte – –
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Kaptain und Mannschaft bleiben dennoch stramm;
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Der echte Seemann, nervenstark und zähe,
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Entsetzt sich nicht vor des Verderbens Nähe;
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Er hält auf seinem Posten scharfe Wacht,
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Gefaßt, doch mit dem Auge eines Falken;
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Und wenn das Fahrzeug auseinanderkracht,
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Bleibt ihm ein kleiner Rest: ein Mast – ein Balken.
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Doch wenn der letzte Damm zusammenbricht,
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Der rettend ihn vielleicht von dannen trüge,
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Schaut er mit stiller und gerechter Rüge
42
Dem Tode in das starre Angesicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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