Es steht ein Pilgersmann am öden Strande

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Ludwig Ferdinand) (Schmid Dranmor: Es steht ein Pilgersmann am öden Strande Titel entspricht 1. Vers(1855)

1
Es steht ein Pilgersmann am öden Strande
2
Und blickt sehnsüchtig übers weite Meer;
3
Träumt auch sein Herz vom fernen Vaterlande,
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Sein Herz ist hoffnungsleer.
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Er hat geliebt – wie konnt' es anders sein?
6
Er hat geglaubt – will einer ihn verdammen?
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Er hat verzagt – der Himmel stand in Flammen,
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Er ist entflohn – er lebt und stirbt allein.

9
Helena! Wie die Wolken dort zerfließen,
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So starb der Hoffnung letzter Wahn dahin;
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Willst du mich noch in deine Arme schließen,
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Gealtert wie ich bin?
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O, für die Qual, die ich geduldig trug,
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Soll ich dir jetzt ein blödes Lächeln zeigen?
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Ein einz'ges Wort nach jahrelangem Schweigen,
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Ein einz'ger Gruß – es ist genug, genug.

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Ich frage nicht, ob du mir treu geblieben;
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Ich kann wohl zweifeln, doch ich zürne nicht;
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Denn bist du elend, werd' ich ewig lieben
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Dein trauernd Angesicht;
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Und bist du glücklich – darf ich freudig nur
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In diese Wälder mein Geheimnis bannen.
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Du aber schlafe unter grünen Tannen,
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Huldvoll verzeihend den gebrochnen Schwur.

25
Tochter der Sterne! Holde, totenbleiche,
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Vergönne mir ein einz'ges, letztes Wort:
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Für unser kurzes Glück, das schmerzenreiche,
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Gedenke meiner dort!
29
Wer weiß, ob wir uns jemals wiedersehn?
30
Ich will mich nicht an Engelsthränen laben;
31
In diesen Blättern ist mein Herz begraben;
32
Helena! Du allein wirst mich verstehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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