Den dritten thu ich nicht nennen

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Clemens Brentano: Den dritten thu ich nicht nennen (1808)

1
Mein Bübli isch e Stricker,
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Er strickt e manche Nacht,
3
Er strickt an einer Haube,
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Haube, Haube,
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Sisch noch nit ausgemacht.

6
Von Seiden isch die Haube,
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Von Sammet isch die Schnur,
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Bisch du ein wackres Mädle,
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Mädle, Mädle,
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Bind du dein Härle zu.

11
Ach nein, will sie nit binden,
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Wills noch mehr fliegen lahn,
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Bis ander Jahr im Sommer,
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Sommer, Sommer,
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Will zu dem Tanze gahn.

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Mit Freuden zu dem Tanze,
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Mit Trauren wieder heim,
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So geht es jedem Mädle,
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Mädle, Mädle,
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Und nit nur mir allein.

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Dort droben auf jenem Berge,
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Da steht ein schönes Haus,
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Da schauen alle Morgen,
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Morgen, Morgen,
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Drey schöne Herren raus.

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Der Erst der ist mein Bruder,
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Der Zweite geht mich an,
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Den Dritten thu ich nicht nennen,
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Nennen, nennen,
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Der ist euch wohl bekannt.

31
Und unten an dem Berge,
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Da geht ein rothe Kuh.
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Wenn sie die Magd thut melken,
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Melken, melken,
35
Schaun ihr die Herren zu.

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Sie thät die Milch verschütten,
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Mit Wasser füllt sie zu:
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Ach Mutter, liebe Mutter,
39
Mutter, Mutter,
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Die Milch giebt unser Kuh.

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Wir wollen die Kuh verkaufen,
42
So kommt der Gstank vom Haus;
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So können hübsch die Herren,
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Herren, Herren
45
Spazieren um unser Haus.

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Und drüben an dem Berge,
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Da stehn zwey Bäumelein,
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Das eine trägt Muskate,
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Muskate, Muskate,
50
Das zweyt braun Nägelein.

51
Muskatennuß sind süße,
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Braun Näglein die sind räß (scharf),
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Die geb ich meinem Liebchen,
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Liebchen, Liebchen,
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Daß es mich nicht vergeß.

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Hab deiner nie vergessen,
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Hab alle Zeit an dich gedenkt;
58
Du liegst mir stets am Herzen,
59
Herzen, Herzen,
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Wie d'Ros' am Stiele hängt.

61
Dort unten auf der Wiese,
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Da geht ein Mühlen Rad,
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Das mahlet nichts als Liebe,
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Liebe, Liebe,
65
Vom Abend bis zum Tag.

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Das Mühlenrad isch brochen,
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Die Lieb hat noch kein End;
68
Und wann zwey Liebchen scheiden,
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Scheiden, scheiden,
70
So geben sie sich die Händ.

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Ach Scheiden über Scheiden,
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Isch gar ein bittres Kraut;
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Wann ich wüßte, wo es wüchse,
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Wüchse, wüchse,
75
Wollt graben Wurzel raus.

76
Grab raus, grab raus mit Freuden,
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Und nimm sie mit dir heim;
78
Leg sie in dein Schlafkämmerlein,
79
Schlafkämmerlein,
80
So hast du Würzelein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clemens Brentano
(17781842)

* 08.09.1778 in Koblenz-Ehrenbreitstein, † 28.07.1842 in Aschaffenburg

männlich, geb. Brentano

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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