20.

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Heinrich Heine: 20. (1826)

1
Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,
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Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.
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Ich kämpfe ohne Hoffnung, daß ich siege,
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Ich wußte, nie komm ich gesund nach Haus.

5
Ich wachte Tag und Nacht – Ich konnt nicht schlafen,
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Wie in dem Lagerzelt der Freunde Schar –
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(auch hielt das laute Schnarchen dieser Braven
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Mich wach, wenn ich ein bißchen schlummrig war).

9
In jenen Nächten hat Langweil' ergriffen
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Mich oft, auch Furcht – (nur Narren fürchten nichts) –
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Sie zu verscheuchen, hab ich dann gepfiffen
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Die frechen Reime eines Spottgedichts.

13
Ja, wachsam stand ich, das Gewehr im Arme,
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Und nahte irgendein verdächt'ger Gauch,
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So schoß ich gut und jagt ihm eine warme,
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Brühwarme Kugel in den schnöden Bauch.

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Mitunter freilich mocht es sich ereignen.
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Daß solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gut
19
Zu schießen wußte – ach, ich kann's nicht leugnen –
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Die Wunden klaffen – es verströmt mein Blut.

21
Ein Posten ist vakant! – Die Wunden klaffen –
22
Der eine fällt, die andern rücken nach –
23
Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen
24
Sind nicht gebrochen – nur mein Herze brach.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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