Jetzt wohin?

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Heinrich Heine: Jetzt wohin? (1826)

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Jetzt wohin? Der dumme Fuß
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Will mich gern nach Deutschland tragen;
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Doch es schüttelt klug das Haupt
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Mein Verstand und scheint zu sagen:

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›zwar beendigt ist der Krieg,
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Doch die Kriegsgerichte blieben,
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Und es heißt, du habest einst
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Viel Erschießliches geschrieben.‹

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Das ist wahr, unangenehm
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Wär mir das Erschossenwerden;
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Bin kein Held, es fehlen mir
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Die pathetischen Gebärden.

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Gern würd ich nach England gehn,
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Wären dort nicht Kohlendämpfe
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Und Engländer – schon ihr Duft
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Gibt Erbrechen mir und Krämpfe.

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Manchmal kommt mir in den Sinn,
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Nach Amerika zu segeln,
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Nach dem großen Freiheitstall,
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Der bewohnt von Gleichheitsflegeln –

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Doch es ängstet mich ein Land,
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Wo die Menschen Tabak käuen,
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Wo sie ohne König kegeln,
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Wo sie ohne Spucknapf speien.

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Rußland, dieses schöne Reich,
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Würde mir vielleicht behagen,
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Doch im Winter könnte ich
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Dort die Knute nicht ertragen.

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Traurig schau ich in die Höh',
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Wo viel tausend Sterne nicken –
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Aber meinen eignen Stern
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Kann ich nirgens dort erblicken.

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Hat im güldnen Labyrinth
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Sich vielleicht verirrt am Himmel,
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Wie ich selber mich verirrt
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In dem irdischen Getümmel. –

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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