Kleines Volk

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Heinrich Heine: Kleines Volk (1826)

1
In einem Pißpott kam er geschwommen,
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Hochzeitlich geputzt, hinab den Rhein.
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Und als er nach Rotterdam gekommen,
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Da sprach er: »Juffräuken, willst du mich frein?

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Ich führe dich, geliebte Schöne,
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Nach meinem Schloß, ins Brautgemach;
7
Die Wände sind eitel Hobelspäne,
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Aus Häckerling besteht das Dach.

9
Da ist es so puppenniedlich und nette,
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Da lebst du wie eine Königin!
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Die Schale der Walnuß ist unser Bette,
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Von Spinnweb sind die Laken drin.

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Ameiseneier, gebraten in Butter,
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Essen wir täglich, auch Würmchengemüs',
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Und später erb ich von meiner Frau Mutter
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Drei Nonnenfürzchen, die schmecken so süß.

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Ich habe Speck, ich habe Schwarten,
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Ich habe Fingerhüte voll Wein,
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Auch wächst eine Rübe in meinem Garten,
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Du wirst wahrhaftig glücklich sein!«

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Das war ein Locken und ein Werben!
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Wohl seufzte die Braut: »Ach Gott! ach Gott!«
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Sie war wehmütig, wie zum Sterben –
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Doch endlich stieg sie hinab in den Pott.

25
Sind Christenleute oder Mäuse
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Die Helden des Lieds? Ich weiß es nicht mehr.
27
Im Beverland hört ich die schnurrige Weise,
28
Es sind nun dreißig Jahre her.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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