Karl 1.

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Heinrich Heine: Karl 1. (1826)

1
Im Wald, in der Köhlerhütte, sitzt
2
Trübsinnig allein der König;
3
Er sitzt an der Wiege des Köhlerkinds
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Und wiegt und singt eintönig:

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»eiapopeia, was raschelt im Stroh?
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Es blöken im Stalle die Schafe –
7
Du trägst das Zeichen an der Stirn
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Und lächelst so furchtbar im Schlafe.

9
Eiapopeia, das Kätzchen ist tot –
10
Du trägst auf der Stirne das Zeichen –
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Du wirst ein Mann und schwingst das Beil,
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Schon zittern im Walde die Eichen.

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Der alte Köhlerglaube verschwand,
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Es glauben die Köhlerkinder –
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Eiapopeia – nicht mehr an Gott,
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Und an den König noch minder.

17
Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh –
18
Wir müssen zuschanden werden –
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Eiapopeia – im Himmel der Gott
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Und ich, der König auf Erden.

21
Mein Mut erlischt, mein Herz ist krank,
22
Und täglich wird es kränker –
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Eiapopeia – du Köhlerkind,
24
Ich weiß es, du bist mein Henker.

25
Mein Todesgesang ist dein Wiegenlied –
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Eiapopeia – die greisen
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Haarlocken schneidest du ab zuvor –
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Im Nacken klirrt mir das Eisen.

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Eiapopeia, was raschelt im Stroh?
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Du hast das Reich erworben,
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Und schlägst mir das Haupt vom Rumpf herab –
32
Das Kätzchen ist gestorben.

33
Eiapopeia, was raschelt im Stroh?
34
Es blöken im Stalle die Schafe.
35
Das Kätzchen ist tot, die Mäuschen sind froh –
36
Schlafe, mein Henkerchen, schlafe!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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