12.

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Heinrich Heine: 12. (1826)

1
Mein Deutschland trank sich einen Zopf,
2
Und du, du glaubtest den Toasten!
3
Du glaubtest jedem Pfeifenkopf
4
Und seinen schwarzrotgoldnen Quasten.

5
Doch als der holde Rausch entwich,
6
Mein teurer Freund, du warst betroffen –
7
Das Volk wie katzenjämmerlich,
8
Das eben noch so schön besoffen!

9
Ein schimpfender Bedientenschwarm,
10
Und faule Äpfel statt der Kränze –
11
An jeder Seite ein Gendarm,
12
Erreichtest endlich du die Grenze.

13
Dort bleibst du stehn. Wehmut ergreift
14
Dich bei dem Anblick jener Pfähle,
15
Die wie das Zebra sind gestreift,
16
Und Seufzer dringen aus der Seele:

17
»aranjuez, in deinem Sand,
18
Wie schnell die schönen Tage schwanden,
19
Wo ich vor König Philipp stand
20
Und seinen uckermärk'schen Granden.

21
Er hat mir Beifall zugenickt,
22
Als ich gespielt den Marquis Posa;
23
In Versen hab ich ihn entzückt,
24
Doch ihm gefiel nicht meine Prosa.«

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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