23.

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Heinrich Heine: 23. (1826)

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Der König Harald Harfagar
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Sitzt unten in Meeresgründen
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Bei seiner schönen Wasserfee;
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Die Jahre kommen und schwinden.

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Von Nixenzauber gebannt und gefeit,
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Er kann nicht leben, nicht sterben;
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Zweihundert Jahre dauert schon
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Sein seliges Verderben.

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Des Königs Haupt liegt auf dem Schoß
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Der holden Frau, und mit Schmachten
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Schaut er nach ihren Augen empor;
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Kann nicht genug sie betrachten.

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Sein goldnes Haar ward silbergrau,
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Es treten die Backenknochen
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Gespenstisch hervor aus dem gelben Gesicht,
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Der Leib ist welk und gebrochen.

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Manchmal aus seinem Liebestraum
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Wird er plötzlich aufgeschüttert,
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Denn droben stürmt so wild die Flut,
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Und das gläserne Schloß erzittert.

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Manchmal ist ihm, als hört' er im Wind
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Normannenruf erschallen;
23
Er hebt die Arme mit freudiger Hast,
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Läßt traurig sie wieder fallen.

25
Manchmal ist ihm, als hört' er gar,
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Wie die Schiffer singen hier oben
27
Und den König Harald Harfagar
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Im Heldenliede loben.

29
Der König stöhnt und schluchzt und weint
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Alsdann aus Herzensgrunde.
31
Schnell beugt sich hinab die Wasserfee
32
Und küßt ihn mit lachendem Munde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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