22.

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Heinrich Heine: 22. (1826)

1
Wohl unter der Linde erklingt die Musik,
2
Da tanzen die Burschen und Mädel,
3
Da tanzen zwei, die niemand kennt,
4
Sie schaun so schlank und edel.

5
Sie schweben auf, sie schweben ab,
6
In seltsam fremder Weise;
7
Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,
8
Das Fräulein flüstert leise:

9
»mein schöner Junker, auf Eurem Hut
10
Schwankt eine Neckenlilie,
11
Die wächst nur tief in Meeresgrund –
12
Ihr stammt nicht aus Adams Familie.

13
Ihr seid der Wassermann, Ihr wollt
14
Verlocken des Dorfes Schönen.
15
Ich hab Euch erkannt, beim ersten Blick,
16
An Euren fischgrätigen Zähnen.«

17
Sie schweben auf, sie schweben ab,
18
In seltsam fremder Weise,
19
Sie lachen sich an, sie schütteln das Haupt,
20
Der Junker flüstert leise:

21
»mein schönes Fräulein, sagt mir, warum
22
So eiskalt Eure Hand ist?
23
Sagt mir, warum so naß der Saum
24
An Eurem weißen Gewand ist?

25
Ich hab Euch erkannt, beim ersten Blick,
26
An Eurem spöttischen Knickse –
27
Du bist kein irdisches Menschenkind,
28
Du bist mein Mühmchen, die Nixe.«

29
Die Geigen verstummen, der Tanz ist aus,
30
Es trennen sich höflich die beiden.
31
Sie kennen sich leider viel zu gut,
32
Suchen sich jetzt zu vermeiden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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