Anno 1839

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Heinrich Heine: Anno 1839 (1826)

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Oh, Deutschland, meine ferne Liebe,
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Gedenk ich deiner, wein ich fast!
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Das muntre Frankreich scheint mir trübe,
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Das leichte Volk wird mir zur Last.

5
Nur der Verstand, so kalt und trocken,
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Herrscht in dem witzigen Paris –
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Oh, Narrheitsglöcklein, Glaubensglocken,
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Wie klingelt ihr daheim so süß!

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Höfliche Männer! Doch verdrossen
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Geb ich den art'gen Gruß zurück. –
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Die Grobheit, die ich einst genossen
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Im Vaterland, das war mein Glück!

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Lächelnde Weiber! Plappern immer,
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Wie Mühlenräder stets bewegt!
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Da lob ich Deuschlands Frauenzimmer,
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Das schweigend sich zu Bette legt.

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Und alles dreht sich hier im Kreise,
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Mit Ungestüm, wie 'n toller Traum!
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Bei uns bleibt alles hübsch im Gleise,
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Wie angenagelt, rührt sich kaum.

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Mir ist, als hört' ich fern erklingen
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Nachtwächterhörner, sanft und traut;
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Nachtwächterlieder hör ich singen,
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Dazwischen Nachtigallenlaut.

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Dem Dichter war so wohl daheime,
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In Schildas teurem Eichenhain!
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Dort wob ich meine zarten Reime
28
Aus Veilchenduft und Mondenschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich Heine
(17971856)

* 13.12.1797 in Düsseldorf, † 17.02.1856 in Paris

männlich, geb. Heine

| Bleivergiftung

deutscher Dichter und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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