Die Woge funkelt. Warme, weiche Sommernacht

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Otto Erich Hartleben: Die Woge funkelt. Warme, weiche Sommernacht Titel entspricht 1. Vers(1884)

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Die Woge funkelt. Warme, weiche Sommernacht
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sank nieder, doch am Strande lebt es noch und lacht.
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Da freuen frohe Menschen sich am seltnen Spiel,
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das die Natur spielt, jauchzen, wenn die Welle fiel
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und blinkte ...

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Aber freudefeindlich, fern dem Schwarm
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wandl ich allein und nähre finster meinen Harm,
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Zu meinem Herzen redet die Natur nicht mehr,
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mir schweigt des Lenzes Saatengrün, mir schweigt das Meer.

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Ehmals wohl fasste Wonne meine Seele ganz:
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ich kniete, wenn am Meeressaum der Sonnenglanz
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aufglomm, und hehre Schauer füllten mir die Brust.
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Kam eine Nacht, voll Scheideleid und Liebeslust,
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kam eine Nacht, sternblinkend wie die heutige zwar,
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die doch unendlich schöner wie die heutige war!
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Ich lag zu Füssen der Geliebten, sah empor
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zu des geflammten Himmels ewiger Pracht und schwor:

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So wahr erhabene Andacht meine Seele füllt,
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da heilige Ruh in Schlummer alles Leben hüllt,
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da niederblitzt das Sternendiadem der Nacht:
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scheiden von dir soll nimmer mich der Welten Macht!
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Ich kehre wieder, eh der Herbst die Blätter raubt,
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du bist mein Weib, eh übers Feld der Winter schnaubt! –

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Seit jener Nacht spricht die Natur zu mir nicht mehr,
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mir schweigt des Lenzes Saatengrün, mir schweigt das Meer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Otto Erich Hartleben
(18641905)

* 03.06.1864 in Clausthal, † 11.02.1905 in Salò

männlich, geb. Hartleben

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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