Auf die Sixtinische Madonna

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Friedrich Hebbel: Auf die Sixtinische Madonna (1851)

1
Das hätt' ein Mensch gemacht? Wir sind betrogen!
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Das rührt nicht her von einer ird'schen Hand!
3
Das ist entstanden, wie der Regenbogen,
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Und auch, wie er, ein göttlich Unterpfand!

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Als einst die Himmelskönigin sich zeigte,
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Als sie von ihrem Throne, sanft und mild,
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Sich auf die dunkle Erde niederneigte,
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Da seufzte jedes Herz nach ihrem Bild.

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Und sieh: des Aethers reinste Tropfen fallen,
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Der Sonne hellste Stralen schimmern d'rein,
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Und, wie sie blitzend durch einander wallen,
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So fangen sie den holden Widerschein.

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Er selber aber hält sie nun zusammen,
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Und ein krystall'ner Spiegel bildet sich
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Aus glüh'nden Perlen und aus feuchten Flammen,
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In dem auch keine Linie erblich.

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Schau' hin! Dein Auge wird dir nimmer sagen,
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Was Thau ist oder Licht im kleinsten Punct;
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Drum soll sich Keiner an dies Wunder wagen,
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Der seinen Pinsel bloß in Farben tunkt.

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Viel lieber soll's die Zukunft ganz betrauern,
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Als nur zur Hälfte sich erhalten seh'n:
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In einer Sage mög' es ewig dauern,
24
In einem Abbild nicht zu Grunde geh'n!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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