In das Album meiner Frau

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Friedrich Hebbel: In das Album meiner Frau (1853)

1
In deiner Seele unbeflecktem Adel,
2
In ihrer Unschuld, wurzeln deine Schwächen,
3
Und was die Meisten vor gemeinem Tadel
4
Bewahrt, das ist ihr innerstes Gebrechen.

5
Es könnte Einer dir das Leben rauben,
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Und wäre dir schon halb dein Blut entquollen,
7
So würdest du ihm noch im Sterben glauben,
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Er hätt' dir bloß die Ader öffnen wollen.

9
Will die Natur die Schönheit rein entfalten,
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So darf sie Nichts von ihrem Feind ihr sagen,
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Sie kann nur dann das Herrlichste gestalten,
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Doch muß sie seinen Untergang auch wagen.

13
Oft wünscht' ich dir zu deinem vollen Frieden,
14
Du mögtest in der Brust des Feindes lesen,
15
Doch weiß ich wohl, es wird dir nicht beschieden,
16
Denn dieser Mangel trägt dein ganzes Wesen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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