5. Der Tod

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Friedrich Hebbel: 5. Der Tod (1856)

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Die Glocken hast du noch gepflückt,
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Die uns den Lenz verkünden,
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Doch nicht, vom schweren Schnee' gedrückt,
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In Farben sich entzünden.

5
Auch hast du dir zum Sonntagsstrauß
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Die Veilchen noch gewunden
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Und ihren Duft im Gotteshaus
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So süß, wie nie, gefunden.

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Ein frischer Maienblumenkranz
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War dir in's Haar geflochten,
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Als dir in deinem letzten Tanz
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Die zarten Schläfe pochten.

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Die Rosen treffen dich schon bleich
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Im Kreise deiner Schwestern:
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Der weißen bist du heute gleich,
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Der rothen glichst du gestern.

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Doch kommen sie zur rechten Frist,
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Um deinen Sarg zu decken,
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Und was du warst und was du bist,
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Noch einmal zu erwecken!

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Die Nelken blühen mir allein
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Und können mich nur freuen,
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Um sie bei hellem Mondenschein
24
Dir auf das Grab zu streuen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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