Ein Dithmarsischer Bauer

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Friedrich Hebbel: Ein Dithmarsischer Bauer (1853)

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Der warme Sommer scheidet
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Mit seinem letzten Stral;
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Der Sohn des Südens schneidet
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Das Korn zum zweiten Mal;
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Man bäckt's am Donaustrande,
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Man mahlt's am Rhein und Main,
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Und führt's am fernsten Rande
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Des Reichs zum Dreschen ein.

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Hier liegt nun, rings umflossen
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Vom Elb- und Eiderfluß,
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Ein Freiland, wohl verschlossen,
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Dem Kaiser zum Verdruß,
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Der's längst dem Kronenträger
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Von Dänemark verlieh'n,
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Doch, wie den Leu dem Jäger:
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Fang ihn, so hast du ihn!

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Dort gilt es, sich zu rühren,
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Daß nicht der Hagelschlag,
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Den manche Ernten spüren,
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Die Frucht noch zehnten mag;
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Drum rücken alle Hände
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Dithmarschens auch in's Feld,
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Und zur Quatember-Wende
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Ist stets das Werk bestellt!

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Nun spricht ein greiser Bauer
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In seiner Knechte Kreis:
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Wir haben's heute sauer,
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Es gilt den letzten Schweiß;
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Auf morgen fürcht' ich Regen,
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Die Wolken sind zu kraus,
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Drum muß der Gottes-Segen
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Mir noch vor Nacht in's Haus!

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Er spricht's im barschen Tone,
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Und fügt kein Wort hinzu
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Von doppelt großem Lohne
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Und langer Sonntagsruh;
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Doch hört man Keinen fluchen,
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Denn durch das Weihnachtsbrot
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Und durch den Osterkuchen
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Vergilt er das Gebot.

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Nun geht die Arbeit wacker
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Und fröhlich ihren Gang,
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Der Weg vom Hof zum Acker
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Scheint nur noch halb so lang,
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Die vollen Wagen fliegen,
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Wie sonst die leeren kaum,
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Und ganze Felder schmiegen
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Sich unter'm Windelbaum.

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Doch immer dunkler thürmen
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Die Wolken sich empor;
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Der erste von den Stürmen
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Des Herbstes steht bevor.
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Die weißen Möven wagen
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Sich kreischend über'n Deich;
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Die Krähen flieh'n mit Zagen,
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Die Spatzen folgen gleich.

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Der Junge bringt das Essen:
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Zurück! Noch fehlt die Zeit!
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Der Mittag sei vergessen,
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Der Abend ist nicht weit!
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Die Pferde selbst gedulden
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Sich heut' und springen froh,
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Auch zahl' ich meine Schulden
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In Hafer, nicht in Stroh!

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Und trüber wird's und trüber,
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Je mehr die Dämm'rung naht;
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Wie pfeift es schon herüber
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Vom hohlen Seegestad!
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Hinan zum Deiche trabend,
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Denkt jetzt der Alte still:
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Die haben Feierabend,
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Ich – Nun, wie Gott es will!

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Jetzt muß das Wetter brechen!
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Gleichviel, wir sind gedeckt,
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Denn schon wird mit dem Rechen
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Die letzte Fuhr besteckt!
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Sie kommt auch ohne Schaden
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Noch vor der Scheune an,
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Doch gar zu hoch beladen,
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Klemmt sie im Thor sich dann!

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Vorwärts! Die Pferde beißen
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In ihr Geschirr vor Wuth,
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Die dicken Stränge reißen,
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Zum Schweiße fließt schon Blut!
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Doch hilft nicht Kraft, noch Schnelle,
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Die Scheune selber rückt
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Wohl eher von der Stelle,
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Als daß die Durchfuhr glückt!

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Und plötzlich bricht das Rasen
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Der Elemente los,
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Der Winde scharfes Blasen
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Zerschlitzt der Wolken Schooß,
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Da kann ihn Nichts mehr stopfen,
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Den neuen Sündflut-Born,
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Und jeder Wassertropfen
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Fällt, wie ein Hagelkorn.

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Nun speit der Alte Flammen:
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Der Pferde sind nur zwei,
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Der Kerle fünf beisammen,
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So tretet selbst herbei!
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Gebt Acht, wir werden's zwingen,
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Wenn ihr die Räder packt
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Und ich vor allen Dingen
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Die Deichsel, bis sie knackt.

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Die Knechte aber denken:
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Ein Thor ist, wer so spricht,
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Auch darf man's ihm nicht schenken,
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Er kennt die Gränze nicht!
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Man muß ihm einmal geigen,
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Sonst ist er toll genug
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Und spannt uns noch als eigen
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Im Frühling vor den Pflug.

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Sie schweigen zwar, und nicken,
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Als wär' es ihnen recht,
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Doch merkt man wohl, sie schicken
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In den Befehl sich schlecht.
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Sie glotzen dumm und dämisch,
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Wie er die Deichsel faßt,
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Und grinsen mehr, als flämisch,
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Bei seinem: Aufgepaßt!

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Und doch! Es ist gelungen
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Auf einen einz'gen Ruck!
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Habt Dank, ihr braven Jungen!
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Nun giebt's auch einen Schluck!
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Ich geb' euch eine Tonne
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Hamburger Bier zur Nacht,
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So zecht denn, bis die Sonne
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Dem Spaß ein Ende macht!

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Die Knechte aber stehen
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Mit offnem Munde da,
131
Als hätten sie gesehen,
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Was nie noch Einer sah;
133
Dann rufen sie: Sie nennen
134
Euch längst den Goliath,
135
Ihr dürft euch wohl bekennen.
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Ich mach' auch den noch matt!

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Was rühmt ihr meine Stärke?
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Seid ihr nicht selbst erhitzt?
139
Ihr habt ja Theil am Werke,
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Bin ich es denn, der schwitzt?
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Wir dürfen euch schon loben
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Für dieses Teufelsstück:
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Wir haben nicht geschoben,
144
Wir hielten bloß zurück!

145
So will ich kurz mich fassen:
146
Ich bin dem Spaß nicht hold,
147
Doch mögt ihr heute prassen,
148
So toll ihr immer wollt,
149
Auch sei auf eure Mühe
150
Euch nicht die Rast verwehrt,
151
Nur, daß ihr in der Frühe
152
Euch gleich vom Hof mir scheert!

153
Jetzt naht sich aus der Küche
154
Die Frau mit stolzem Schritt
155
Und bringt die Wohlgerüche
156
In ihren Röcken mit;
157
Sie ruft mit krauser Stirne:
158
Ei, Wirth, was säumt ihr noch?
159
Den Stall versieht die Dirne
160
Und fertig ist der Koch!

161
Frau, mich soll Gott behüten
162
Vor Speis' und auch vor Trank
163
Bei solcher Stürme Wüthen,
164
Doch habt für diese Dank!
165
Die können ruhig trinken,
166
Es wird darum kein Schiff
167
Auf finstrer See versinken
168
Am Helgolander Riff!

169
Nun nickt er ihr, dann reitet
170
Er eilig wieder fort,
171
Zum Deich zurück und leitet
172
Die Strand- und Schiffswacht dort;
173
Er hat dafür zu sorgen,
174
So will's das Schlüteramt,
175
Daß hell bis an den Morgen
176
Die Feuertonne flammt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Hebbel
(18131863)

* 18.03.1813 in Wesselburen, † 13.12.1863 in Wien

männlich, geb. Hebbel

deutscher Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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