Am Fenster

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Hermann von Lingg: Am Fenster (1862)

1
Eine Mücke, weiß gekleidet,
2
Will hinaus durchs Fensterglas,
3
Ist mein Zimmer ihr entleidet?
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Sucht sie draußen was?
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Achtet sie so hoch die Ehre,
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Daß sie dort ein Frosch verzehre?

7
Daß ein Spätzlein sie verspeise,
8
Daß sie in der Spinne Netz
9
Sich verirr' auf ihrer Reise?
10
Laut Naturgesetz
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Zappelt sie, vor Lust zum Sterben,
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In ihr eigenes Verderben.

13
Aber von dem gleichen Drange
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Ist die ganze Welt erfüllt;
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Nach dem eignen Untergange,
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Vor sich selbst verhüllt,
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Drängt sich Groß und Klein auf Erden,
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Alles will vernichtet werden.

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Nach dem Rächer, nach dem Falle
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Schreit der Stolz, das blinde Glück;
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Die zu große Macht weist alle
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Mäßigung zurück.
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Nur durch Härte will sie siegen,
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Und so bricht, was nicht zu biegen.

25
Wissensdurst mit wächsernen Flügeln
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Stürzt sich in die Sonnenbahn,
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Ehrfurcht schürt zu Feuerhügeln
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Selbst den Holzstoß an;
29
Um die Liebe schlägt zusammen
30
Ihre Glut in Todesflammen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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