Nächtlicher Ritt

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Hermann von Lingg: Nächtlicher Ritt (1862)

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Ich ritt vom Berg herab nach Hause
2
Spät Nachts, es blitzte dann und wann,
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Ein Sturm mit wachsendem Gesause
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Ging durch den hohen dunklen Tann.

5
Ich sah nur bei der Blitze Glimmen
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Den Weg vor meines Pferdes Huf,
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Da hört' ich in dem Donner Stimmen,
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Wie wohlbekannter Stimme Ruf.

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Bald ward auf meiner Fragen jede
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Ein Wort im Donner offenbar,
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Und ich in kühner Gegenrede,
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Ich legte ganz mein Innres dar.

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Wie vielen Streit ich schon gestritten,
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Wie viel ich Eitles oft begehrt,
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Wie viele Not ich schon gelitten,
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An wie viel Gram ich schon gezehrt.

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Auf wie viel Stunden, klagereiche,
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Ich schauen muß, und ach, zurück
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Auf wie viel wilde Torenstreiche
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Und auf wie viel verfehltes Glück!

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Da rollte mild in mein Erschauern
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Und milder nur des Donners Laut,
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Wie eine Mahnung, auszudauern,
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Und stolzer hab' ich ihm vertraut.

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Ich sprach, von keiner Furcht beklommen,
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Was ich zu tun auf Erde hier
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Mit aller Kraft mir vorgenommen,
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Und mächtig klang es über mir.

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Mein Rößlein bäumte sich und schnaubte,
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Ich dachte: war die Stimme die,
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Die auch ein Mann zu hören glaubte
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Im Donner auf dem Sinai?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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