Der ewige Spieler

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Hermann von Lingg: Der ewige Spieler (1862)

1
Zwei Türme noch, Wall und Graben,
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So ragt eine Burg im Forst,
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Auf ihrer Zinne haben
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Die Falken einen Horst,

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Und unten auf düstern Schwellen
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Der ewige Spieler haust,
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Und mit ihm seine Gesellen,
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Die Karten in der Faust.

9
Mit klirrendem Sporn, die rote
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Hahnfeder auf dem Hut,
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So sitzen sie da, drei Tote,
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Beim Schein der Höllenglut.

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So haben sie sonst im Leben
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Beisammen gesessen spät,
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Die Karten gemischt und gegeben,
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Noch früh wenn der Hahn gekräht.

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Sie haben die Kirchtür' erbrochen,
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Darin gespielt, und dort
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Hat Einer den Andern erstochen,
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Und immer noch spielen sie fort.

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Die Würfel und die Karten
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Sind härter als der Stein
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Und graben tiefe Scharten
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Dem Tisch und Felsen ein.

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Da geht's an ein Trumpfen und Stechen
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Mit König und Ober und As,
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Nur Flüche die Lippen sprechen,
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Die Herzen nur glühenden Haß.

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Und tiefer brennen die Kerzen,
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Der ewige Spieler lacht:
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»es waren doch immer Herzen,
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Womit ich Glück gemacht.

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Die Herzen, die kleinen Toren,
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Betrog ich allezeit,
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Jetzt hab' ich alle verloren,
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Dazu die Seligkeit.«

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Drauf wirft er in lodernde Flammen
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Die Karten mit einem Fluch,
39
Und über ihm schlägt zusammen
40
Ein brennendes Leichentuch.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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