Tilly

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Hermann von Lingg: Tilly (1862)

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Wer ist
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Jenes steinerne Gesicht,
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Jener Reiter, hoch und hager? –
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Was? Du kennst den Tilly nicht?

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Auf dem Hut die rote Feder
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Gibt ihm rechten Teufelsschein,
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Durch sein Wams von Elenleder
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Drang noch keine Kugel ein.

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Gleicht er nicht den letzten Boten,
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Einem jener Reiter nicht,
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Die dereinst durchs Feld der Toten
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Laden zu dem Weltgericht?

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Auf ein Haus im dürren Rasen
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Trabt er zu, rasch steigt er ab,
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Und die Heertrompeter blasen
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Zur Beratung seinen Stab.

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Denn vor Leipzig gibt es morgen
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Eine schwere, heiße Schlacht,
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Und er hat darob in Sorgen
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Manche Stunde zugebracht.

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Soll er freventlich es wagen
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Und versuchen sein Geschick?
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Und als wollt' er Geister fragen,
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Späht durchs Fenster starr sein Blick.

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Sieh, da tritt ein Alter eben
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Durch die Tür und flüstert klug:
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»morgen wird es Arbeit geben,
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Mir und Euch, o Herr, genug!«

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Auffährt Tilly: »Mir, wie Keinem!
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Frecher, fort!« Und Meister Klaus
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Bückt sich: »Herr, Ihr seid in meinem,
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In des Totengräbers Haus.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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