Sappho

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Hermann von Lingg: Sappho (1862)

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Über einem Bild der Sappho wob
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Ihr Gewebe fleißig eine Spinne.
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Wie sie so die Fäden band und hob,
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Brachte sie so manches mir zu Sinne.
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Zwischen den Geweben nach und nach
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In der Sonne sah ich hell entsteigen
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Meer und Inseln und ein Schlafgemach
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In dem Haus am Strand und frohen Reigen.
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Und die Dichterin erblick' ich dort,
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Und ich seh' sie weben im Gemache,
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Seh' sie fügen dabei Wort an Wort
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Kunstreich in des Rhythmus schöner Sprache.
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Und mir dünkt, als ob sie nebenbei
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Auch noch andres spinne, Liebesränke;
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Mit den Sternen spricht sie mancherlei,
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Mischt im Geist Medea's Zaubertränke.
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Ach, nicht unbemerkt von ihr abseits
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Spinnet eine Feindin, eine schwarze,
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Von der Jugendschöne holdem Reiz
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Spinnt sie ab und ab, es ist die Parze.
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Ach, sie hat gesiegt schon längst und ganz;
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Jene Lippen, lied- und liebetrunken,
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Jene Stirne mit dem Lorbeerkranz
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Sind von ihrer Hand in Staub gesunken.
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Eingeschrumpft zur Spinne, möcht' sie jetzt
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Auch noch Sappho's Lied mit Nacht umweben:
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Parze Zeit, dir ist ein Ziel gesetzt:
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Was die Muse spann, wird ewig leben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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