O laßt uns noch den Glauben an die Herzen

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Hermann von Lingg: O laßt uns noch den Glauben an die Herzen (1862)

1
Noch tagt es nicht, noch strahlt das Licht
2
Des schönsten Traumes durch die Dämmerungen,
3
Noch hat vom blühenden Granatbaum nicht
4
Die Nachtigall ihr letztes Lied gesungen,
5
Noch ist die Liebe Himmelshöh'n entstammt,
6
Und heilig ist im Wohllaut süßer Schmerzen
7
Von reiner Glut des Dichters Brust entflammt –
8
O laßt uns noch den Glauben an die Herzen!

9
Noch hat das Mißtraun, die Verleumdung nicht
10
Uns tödlich bis ins tiefste Mark getroffen;
11
Wir glauben noch das Recht der Menschenpflicht,
12
Wir schau'n in jeden Blick noch frei und offen,
13
Noch lebt kein Feind, der tückisch uns umschleicht,
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Um hinterrücks uns schändlich anzuschwärzen,
15
Und unser Freund ist, wer die Hand uns reicht –
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O laßt uns noch den Glauben an die Herzen!

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Daß nicht erlösche die Begeisterung,
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Daß treu die heiligen Gefühle bleiben,
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Kein trüber Tag soll diese Dämmerung
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Mit ihren Sternen uns vom Himmel treiben.
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Den Glauben an der Menschheit Würde, noch
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Gelingt's dem Zweifel nicht, ihn auszumerzen,
23
Die Wahrheit siegt, es siegt das Gute doch –
24
O laßt uns noch den Glauben an die Herzen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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