Abschied vom Karneval

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Hermann von Lingg: Abschied vom Karneval (1862)

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Ihr zierlichen Füßchen in silberner Seide
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Von Rhythmen des Tanzes so reizend bewegt,
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Ihr holden Gestalten im blumichten Kleide,
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Vom Taumel der Freude so lieblich erregt,
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Ihr zündenden Blicke voll Liebesglück,
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Lebt wohl, mir kehrt ihr nie wieder zurück!

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Lebt wohl, ihr schönen, entzückenden Stunden!
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Es winkt mir hinweg vom festlichen Saal;
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Lebt wohl, und seid ihr mir heut entschwunden,
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So war es ein Grüßen zum letztenmal!
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Es hat mir die Schläfe der Dämon berührt,
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Der alles vom Reigen des Lebens entführt.

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Ach, mitten in all dem Jubelgedränge
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Verbirgt sich die heimliche Klage so leicht!
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Und wenn ich nicht länger die Träne bezwänge,
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Wie jetzt mich der bangste Gedanke beschleicht,
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Wer sieht es, wo Jeder sein Herz verlor?
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Ich nehme die lachende Maske noch vor.

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O kämt ihr mir wieder, wie wollt' ich genießen
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Euch Stunden in schwelgendem Übermut,
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Wie zärtlich die schlanke Gefährtin umschließen
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Und küssen die Lippen mit doppelter Glut
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Und fesseln jedwede versäumte Lust,
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Mir doppelt der flüchtigen Freude bewußt!

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Doch was ist gestern und was ist heute?
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So wie man sich einst im Reigen schwang
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Und wie man sich vor Jahrhunderten freute,
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So wird man sich freuen jahrhundertelang.
29
Verwelken die Kränze, bringt neue der Mai;
30
Schwebt, blühende Paare, schwebt selig vorbei!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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