Gesang der Blinden

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Hermann von Lingg: Gesang der Blinden (1862)

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Horch, aus tiefstem Lebensabgrund,
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Drin kein Lichtstrahl je hinabtaucht,
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Sucht die Stimme frommer Blinden
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Aufzutönen
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Nach dem Schönen,
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Im Gesang ein Licht zu finden.

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Klaglos in der dunklen Wohnung,
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Wo kein Bild die kahle Wand schmückt,
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Träumen sie hinab die Stunden,
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Still genügsam,
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Fromm und fügsam
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Und in Eintracht gramverbunden.

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Lichtlos sitzen sie beim Nachtmahl,
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Wie die Schatten in der Grabnacht.
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Keiner Lampe trautes Leuchten
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Kann der Kranken
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Nachtgedanken
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Mit der Hoffnung Tau befeuchten.

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Niemals können sie sich selig
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Blick in Blick und liebend ansehn;
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Nur im Hauch, nur im Berühren
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Nahen süße
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Seelengrüße,
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Wenn sie Hand an Hand sich führen.

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Steigt vor ihrem Geist die Schöpfung
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Als ein Tönemeteor auf,
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Schmerzlich ringen sie nach Bildern,
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Ihr Entzücken
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Auszudrücken,
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Ewiges im Wort zu schildern.

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Wie ein Sturm der Nacht durchatmet's
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Ihre Brust in wilder Andacht,
33
Drängt ihr Herz, ein Wonnetoben
34
Auszuweinen
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Vor dem Einen,
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Den auch Sterne tönend loben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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