Die Schiffersfrau

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Hermann von Lingg: Die Schiffersfrau (1862)

1
Wir sahn dem Schiff am Ufer nach,
2
Bis Wind die Segel fingen,
3
Bis über die See das Dunkel brach
4
Und die Augen übergingen,
5
Dann kehrten wir heim, allein und zerstreut,
6
Wir Frauen und Töchter der Schifferleut'.

7
Seitdem ist's nun im zweiten Jahr,
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Daß dich die Wogen treiben.
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Du irrst durch ferne Todesgefahr,
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Und ich muß Witwe bleiben.
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Ich schaukle zu Haus in der Wiege dein Kind,
12
Und dich, dich schaukelt der wilde Wind.

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Oft fallen mir alle die Namen bei
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Von Männern, die untergegangen,
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Von denen wir oft am Abend zu zwei
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Die traurigen Lieder sangen.
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Vergessene Menschen in fremder Tracht
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Besuchen mich oft im Traume der Nacht.

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Sie schütteln ihr lang durchnäßtes Haar
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Und grüßen wie fremde Boten,
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Sie reichen einen Ring mir dar
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Und Grüße von dem Toten,
23
Von dir, von dir – ich erwach' und wein'
24
Und schlafe die Nacht nicht wieder ein.

25
Es lechzt vielleicht dein heißer Mund,
26
Und ich kann dich nicht laben;
27
Du liegst vielleicht im Meeresgrund
28
Sarglos und unbegraben.
29
Ach, daß ich selbst den Trost verlier',
30
Im Frieden einst zu ruhn bei dir!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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