An meine Mutter

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Hermann von Lingg: An meine Mutter (1862)

1
Ein Maitag war's, doch trüb und tot,
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Schwer auf den Ländern lag die Not,
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Auf allen Völkern lag ein Kummer,
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Da schlossest, treue Mutter, du
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Die sorgemüden Augen zu
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Zum langen, sorgelosen Schlummer.

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Um dein so ernstes Angesicht
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Wie Glorie schien das bleiche Licht
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Der schwarzumflorten Trauerkerzen.
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Wie schön du warst, wie trüb der Tag!
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Des Frühlings erste Blume lag
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Auf deinem stillgewordnen Herzen.

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Du kaltes stilles Herz, das mich
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So warm geliebt, so mütterlich,
15
Vor Weh oft fast für mich gebrochen,
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O muß ich's glauben, bist du fort?
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Kein Blick, kein Gruß! Dein letztes Wort
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War für die Ewigkeit gesprochen.

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Sonst sahst du jeden Schmerz und Wahn
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Von ferne meiner Seele nahn
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Mit deinen Augen, deinen frommen;
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Wie machte stets mein Glück dich reich!
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Wie wurde stets bei dir ich weich!
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Und all das soll nicht wiederkommen?

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Um dich – es sei mein letzter Schmerz.
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Fortan wird für mein lautlos Herz
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Die Erde nichts mehr sein als Erde;
28
Schlaf wohl, o Mutter! Mein Trost ist,
29
Daß, wie's auch kommt, nach kurzer Frist,
30
Wo du jetzt bist, auch ich sein werde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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