Winter im Gebirg

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Hermann von Lingg: Winter im Gebirg (1862)

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Verklungen sind die holden Schwüre,
2
Die hier gar oft der Mond belauscht.
3
Statt Flüstern vor der Kammertüre,
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Ist's nur der Brunnen, der da rauscht.
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Wo keine Schöne kalt geblieben,
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Ward ihr gebracht ein Edelweiß,
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Wo wir den Kahn ans Land getrieben,
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Knarrt nächtlich aufgeschreckt das Eis.

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Und auch die Felder sind gefroren,
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Der Wald, in dem man sich erging,
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Wo man im Pfänderspiel verloren
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Und einen Kuß dafür empfing.
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Der Schnee bedeckt die Spur der Kohlen,
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Wo Freudenfeuer hell geglüht,
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Wo Primeln und wo Bergviolen
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Am schönsten Busen einst geblüht.

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Der Frühling wird sie wieder bringen,
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Bald tost der Föhn und löst den Schnee;
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Nur dich hört niemals wieder singen
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Das Felstal und der grüne See.
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In dieser Berge dunklem Rahmen
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Wie schienst du hell das Bild dazu!
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Ihr Echo ruft mir deinen Namen,
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Sonst aber sind sie still wie du.

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Und auch wie du vom Lilienkleide
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In tiefem Schlummer zugedeckt,
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So fern der Welt und allem Leide,
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Von keinem Lebenshauch geweckt.
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Nur etwas schwebt wie sanfte Klage
30
Um diese Höh'n, so still und rein:
31
Sie schließen meine schönsten Tage,
32
Die Rosen meiner Jugend ein!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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