Unter einer Eiche

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Hermann von Lingg: Unter einer Eiche (1862)

1
Eiche, deine dunkeln Zweige ragen
2
Stolz empor aus längst vergangnen Tagen,
3
Geister wandeln durch dein ästig Haus;
4
Sieben Menschenalter sahst du schreiten,
5
Und wie Harfen aus den alten Zeiten
6
Rauscht es durch dein Laub im Sturmgebraus.

7
O wie oft in deiner Schattenkühle
8
Haben Mähder bei des Sommers Schwüle
9
Ausgerastet von des Tages Mühn;
10
Deine friedlichen Gezweige kränzten
11
Keine Siegeshelme, hier erglänzten
12
Hirtenfeuer nur und Alpenglühn.

13
Hirsche nur und junge Rehe sprangen
14
Aus dem Wald herauf, und Lerchen sangen
15
Unter deinen Blumen auf der Flur.
16
Während ringsum Kriegsgeschütze dröhnten,
17
Feindesbanner flatterten, ertönten
18
Hier des Sonntags fromme Glocken nur.

19
Aus der Wunde deiner harten Adern
20
Quillt ein Honig, summenden Geschwadern
21
Wilder Bienen dient dein Holz zum Bau:
22
So quillt Sanftmut aus der tiefen Wunde,
23
Die vernarbt in unsres Herzens Grunde,
24
Aus dem Schmerz des Liedes milder Tau.

25
Sturm und Blitz verschonten dich, o Eiche,
26
Vor des Beils verhängnisvollem Streiche,
27
Schirmend soll mein Segen dich umwehn.
28
Lebe wohl, und seh' ich einst dich wieder,
29
Laß aufs neue dann durch meine Lieder
30
Deiner Wipfel dunkles Rauschen gehn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hermann Lingg
(18201905)

* 22.01.1820 in Lindau, † 18.06.1905 in München

männlich, geb. Lingg

deutscher Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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