Karnevalstraum

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Alfred Lichtenstein: Karnevalstraum (1912)

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Ich mach den Karneval sobald nicht wieder mit.
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So schlimm ist mir mein Lebtag nicht gewesen,
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Und solche Träume hab ich nie geträumt:

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Auf einem harten, kahlen Wege, der der Stadt,
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Die ihn nicht halten konnte, fast entlaufen ist
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Und nun, ein Bettler, in den Himmel wandert, schreiten
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Ein Mann, ein Weib. – Der Mann: robust, gemein,
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Ein Raubtier, das sich auf das Fressen freut.
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Das Weib: graziös und schlank, halbnackt, im Domino.
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Herzlose Blicke stechen aus verbrauchten Augen ...
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Kein Laster, kein Verbrechen ist ihr neu –
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Und jedes hält wie ein Paket in einem Arm
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Ein Bein von mir. Mein Körper schleift am Boden.

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Und immer, wenn ich stöhnend meinen Kopf
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Versuche zu erheben oder mit den Händen mich
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Verzweifelt an die Erde klammern will,
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Fühl ich des Mannes starke Knochen fester
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Um meinen Fuß sich legen ... fühle, wie des Weibes
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Grausames, kühles Fleisch sich plötzlich enger preßt,
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Und mutlos, hoffnungslos sink ich zusammen –

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Die beiden aber schreiten schweigend weiter,
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Zu jeder Greueltat mit Lust bereit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Alfred Lichtenstein
(18891914)

* 23.08.1889 in Berlin, † 25.09.1914 in Département Somme

männlich, geb. Lichtenstein

deutscher Jurist und expressionistischer Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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