Ein Geist wohnt in den Höhn

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Edgar Allan Poe: Ein Geist wohnt in den Höhn Titel entspricht 1. Vers(1829)

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Ein Geist wohnt in den Höhn,
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»dessen Herz einer Laute gleicht«;
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Wie Israfel so schön
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Singt keiner in den Höhn;
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Die Sterne, die sich kreisend drehn,
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Verstummen im Vorübergehn,
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Wenn der Klang sie erreicht.

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Und wenn im Weltgetriebe
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Der wechselnde Mond
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Am höchsten thront,
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Erglüht er von Liebe;
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Und horchend verharren der rote Blitz
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Und die sieben Plejaden stockenden Schritts
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Auf ihrem Himmelssitz.

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Und sie sagen (der sternige Rat
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Und alle Lauscher in seinem Geleite),
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Daß Israfel sein Feuer
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Verdanke jener Leier,
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Die seine Stimme weihte –
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Dem bebenden lebenden Draht
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Jener ungewöhnlichen Saite.

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Doch die Höhn, wo der Engel wohnt,
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Wo hohe Gedanken, Pflicht und Zoll,
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Wo, erwachsene Gottheit, die Liebe thront,
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Wo die Huri blickt, sind nah und fern
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Von all der Schönheit voll,
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Die wir schätzen an einem Stern.

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Drum gehst du recht in deinem Drang,
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O Israfel, du weiser Barde!
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Verachtend glutenlosen Sang
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Gab dir der Ruhm den höchsten Rang,
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Dein ist der Lorbeer, bester Barde!
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Heiter lebe und lang!

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Und die Verzückungen drüben,
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Sie passen zu deinem feurigen Reigen,
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Deinem Gram, deiner Lust, deinem Haß, deinem Lieben,
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Sind ganz deiner Inbrunst zu eigen –
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Wohl mögen die Sterne schweigen!

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Ja, der Himmel ist dein! Doch dieser Welt
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Ist Süß und Sauer gemein;
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Unsre Blumen können nur – Blumen sein;
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Der Schatten deiner Wonne fällt
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Auf uns als Sonnenschein.

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O wär ich schnell,
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Wo Israfel
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Gewohnt, und er wär ich –
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Er säng wohl nicht so flammend hell
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Ein sterblich Lied; doch ich,
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Ich säng aus solcher Leier Quell
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Ein Lied, dem keines glich!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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