Auf Pfaden, dunkel, voller Grausen

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Edgar Allan Poe: Auf Pfaden, dunkel, voller Grausen Titel entspricht 1. Vers(1829)

1
Auf Pfaden, dunkel, voller Grausen,
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Wo nur böse Engel hausen,
3
Wo ein Dämon,
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Auf schwarzem Thron die Flügel spannt,
5
Aus letztem düsterm Thule fand
6
Ich jüngst erst her in dieses Land –
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Aus Zauberreich, so wild und weit,
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Fern von

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Ewig bodenlose Schlünde,
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Klüfte, Schlüfte ohne Gründe,
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Unbegrenzte Wassermassen,
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Die sich nie in Ufer fassen,
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Wälder, die kein Ende nehmen,
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Die – titanenhafte Schemen –
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Tropfend stehn in Nebeltau,
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Endlos wuchtend, endlos grau!
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Berge, endlos niederfallend,
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Meere, in kein Ufer wallend,
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Meere, die urewig fluten,
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Himmel, die urewig gluten,
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Weiher, die unendlich breiten
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Stummer Wasser Einsamkeiten,
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Die in Tod und Stille liegen
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Und den Schnee der Lilie wiegen.

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Bei den Weihern, die da breiten
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Stummer Wasser Einsamkeiten,
27
Die in Tod und Trauer liegen
28
Und den Schnee der Lilie wiegen;
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Bei den Bergen, bei den Flüssen,
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Die so ruhlos murmeln müssen;
31
Bei den Wäldern, bei den Sümpfen,
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Wo bei schwarzverfaulten Stümpfen
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Molch und Kröte lauernd schleichen;
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Bei den Pfuhlen und den Teichen,
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Wo gefräßige Dämonen
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Gierig bei den Leichen wohnen;
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Bei den trüben Sündenquellen,
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Die in giftigen Dünsten schwellen –
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Trifft der Wandrer voller Bangen
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Alles, was schon lang vergangen:
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Totenhemden, die sich blähen,
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Schemen, die aus Schatten spähen,
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Freunde, lang schon aus dem Leben,
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Erd – und Himmel übergeben.

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Für das Herz voll tausend Wehen
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Ist es hier ein friedvoll Gehen –
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Für den Geist, den Schatten bannt,
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Ist's ein paradiesisch Land!
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Doch wer wandert durch dies Grauen,
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Wage niemals aufzuschauen,
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Nie den schwachen Blick zu heben
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In das Weben und das Beben,
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Senke das bewimpert Lid,
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Daß es kein Geheimnis sieht.
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So des Königs Machtbefehle.
56
Und so darf die trübe Seele
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Hier nur im Vorübergehen
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Durch getrübte Gläser sehen.

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Auf Pfaden, dunkel, voller Grausen,
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Wo nur böse Engel hausen,
61
Wo ein Dämon,
62
Auf schwarzem Thron die Flügel spannt –
63
Aus jenem letzten Thule fand
64
Ich jüngst erst heim in dieses Land.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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