Es war am zwölften Mai

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Luise Büchner: Es war am zwölften Mai Titel entspricht 1. Vers(1849)

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Es war am zwölften Mai
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Um funfzehnhundertvier,
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Der Herold rief herbei
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Die Herrn zu dem Turnier.

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Vorm Schlosse zu Turin
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Ließ man die Schranke bau'n,
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Der ganze Hof erschien
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Der Ritter Kampf zu schau'n.

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Herr Simon saß gar schlank,
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In schwarz und rothem Kleid,
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Auf einem Schimmel blank
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In edler Männlichkeit.

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Reich war sein Roß geschmückt,
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Von Kopf zu Fuß behängt
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Mit Decken goldgestickt,
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Von Wohlgeruch durchtränkt.

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Herr Corsant sprengt herfür
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Auf einem Rappen wild,
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Er und sein edles Thier
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Der kecken Jugend Bild.

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Sein atlass'nes Gewand
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War grau und carmoisin,
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Die Lanze in der Hand
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Er fast so schön erschien,

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Als Lucifer, eh' er
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Den Himmel einst verlor;
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Manch' Auge stolz und hehr
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Flog heiß zu ihm empor.

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Geöffnet ist die Bahn,
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Es stürmt auf seinem Roß
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Ein jeder Kämp' heran –
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Dann dröhnt der Lanzen Stoß.

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Der Herr von Blonay ward
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Getroffen auf die Brust,
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Den Andern stieß er hart
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Grad' auf das Herz mit Lust.

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Die Lanzen brechen beid',
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Die Ritter wanken nicht,
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Zum zweiten Stoß bereit
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Sind andre hergericht't.

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Doch jetzt, o großes Weh!
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Der Jugend geht es schlimm,
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Herr Simon von Blonay
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Rennt an mit solchem Grimm,

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Daß bei dem ersten Stoß
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Herr Corsant schon sogleich
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Hin auf den Boden schoß
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Mit Sattel und mit Zeug.

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Da tönte mancher Schrei
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Aus holdem Frauenmund –
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Denn als ob todt er sei,
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So schwer lag er am Grund.

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Doch war's nicht ganz so schlecht;
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Schnell sprang er wieder auf,
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Greift dann zu dem Gefecht
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An seines Schwertes Knauf.

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Jedoch sein Kampfgenoß,
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Ein ächter Held und Mann,
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Läßt schnell ein ander Roß
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Ihm führen auf den Plan.

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Aufs Neu' der Streit entbrennt,
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Die Klingen kreuzen sich,
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Sie fechten so behend,
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So stark und ritterlich,

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Daß nicht zu zählen mehr
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Ist ihrer Streiche Zahl,
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Es klingt als ob ein Heer
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Sich schlüge auf einmal.

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Der Herzog winkt, es sei
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Des Kampfes jetzt genug –
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Da neigen sich die Zwei
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Vor seinem Urtheilsspruch.

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Er sprach: »Herr Simon, Ihr
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Verdient des Tages Preis,
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Es stritt für's Eh'panier
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Wohl keiner noch so heiß.

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Den schönsten Lohn Euch zollt
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Dafür der rothe Mund
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Der Dame süß und hold,
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Mit der Ihr schloss't den Bund.

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Und uns'rer Ritterschaft
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Seid Ihr ein Vorbild heut',
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Euch ziert nicht blos die Kraft,
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Auch edle Biederkeit,

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Die Ihr dem Feind bezeigt,
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Dem kecken Jugendblut,
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Das jetzt besiegt sich neigt
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Für seinen Uebermuth.

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Auch Ihr, Herr Corsant, traun,
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Habt Euch als Held gezeigt,
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Vor allen Herrn und Frau'n
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Sei Euch dies laut bezeugt.

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Und merkt es Euch nun fein:
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Ein Ehemann so treu
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Kann nicht besieget sein,
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Weil in ihm kämpfen Zwei.

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Werft schnell zu Füßen Euch
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Der Dame von Blonay,
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Ihr Lächeln anmuthreich
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Bekehr' auch Euch zur Eh'.

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Doch nach des Satzes Wort,
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Wie wir's bestimmt genau,
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Knie't erst an diesem Ort
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Vor unsrer hohen Frau!«

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Er winkte mit der Hand
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Den Ritter gnädig her.
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Herr Corsant ruhig stand,
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Doch war das Herz ihm schwer.

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Er soll im Staube knie'n
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Vor einem Frauenbild,
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Dem keiner noch den Sinn
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Bis heut erweichte mild.

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Er sah die Herzogin,
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Sie saß so grad und lang,
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Dort unterm Baldachin –
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Es war ein saurer Gang.

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Fest ist gepreßt ihr Mund,
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Das Auge kalt und grau –
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Er schwört im Herzensgrund:
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Nie nehm' ich eine Frau!

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Dann sinket er auf's Knie
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Und fleht um Gnade lind
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Sie, und die Damen, die
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Schon all' vermählet sind.

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Die strenge Herzogin
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So stolz und imposant,
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Sie reicht' zum Kusse hin
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Ihm gnädig ihre Hand,

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Und sagte: »Wir verzeih'n;
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Ihr schmiegt am Ende doch
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Euch noch geduldig ein
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Ins läst'ge Ehejoch!«

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Er neigt sich ohne Wort
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Und denkt: Wir wollen sehn!
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Dann möcht' er eiligst fort
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Zur andern Feindin geh'n.

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»herr Simon, sagt mir schnell,
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Wo Eure Gattin weilt,
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Damit ich zu der Stell'
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Kann eilen unverweilt.

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Daß auch aus deren Mund
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Verzeihung mich erhebt,
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Die Euch den Ehebund
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So zauberhaft gewebt!«

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»herr Ritter lieb und werth,«
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Sprach Simon von Blonay,
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»es steht mein trauter Herd
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Am blauen Lemansee.

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Zwei Schlösser nenn' ich mein
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In jenem Paradies,
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Auf einem muß sie sein,
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Doch sag' ich nicht gewiß,

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Ob weilt im Chablais sie,
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Ob sie schon überm See,
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Verließ sie Meillerie,
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Dann sucht sie in Blonay.

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Dieweil ich fern von ihr,
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Schenkt' sie mir einen Sohn,
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Drum ist sie nicht bei mir,
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Der Frauen Zier und Kron'.

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Doch hat's so groß nicht Eil',
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Herr Ritter ruht Euch aus;
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In einer kleinen Weil'
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Reit ich mit Euch nach Haus.«

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Herr Corsant wiegt das Haupt,
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Der Plan gefällt ihm nicht:
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»herr Simon, nein, erlaubt,
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Daß ich erfüll' die Pflicht,

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Die mir geboten ist,
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Damit es schnell vorbei,
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Es schlägt vor dieser Frist
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Mir nicht das Herz mehr frei.

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Erst dann mit frischem Muth
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Ich neu mich freuen kann,
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Daß ich ein junges Blut
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Und noch kein Ehemann!« –

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Vom Herzog ward in Huld
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Der Abschied ihm gewährt,
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Voll heißer Ungeduld
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Schwang er sich schon auf's Pferd,

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Als noch der Morgenstern
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Am dunkeln Himmel stand,
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Ein Diener nur von fern
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Folgt' ihm ins fremde Land!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Luise Büchner
(18211877)

* 12.06.1821 in Darmstadt, † 28.11.1877 in Darmstadt

weiblich, geb. Büchner

deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin

(Aus: Wikidata.org)

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