Da sehn wir's wieder hell und klar

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Johann Martin Miller: Da sehn wir's wieder hell und klar Titel entspricht 1. Vers(1788)

1
Da sehn wir's wieder hell und klar,
2
Da Gott uns nie vergißt,
3
Und jede Zeit und Stund' im Jahr
4
Der beste Vater ist.
5
Da gießt nach langem Sonnenbrand,
6
Sein Regen sich aufs dürre Land.

7
Du lieber Gott, wie traurig sah's
8
Bei uns auf Wies' und Feld!
9
Verdorrt war Korn und Laub und Gras,
10
Und von der Hitz entstellt;
11
Matt schlich das Vieh zur Weid' hinaus,
12
Und kehrte hungriger nach Haus.

13
Die welken Ähren neigten sich
14
Und gelblich ward ihr Grün;
15
Der zarte Flachs schwand sichtbarlich
16
Vor unsern Augen hin;
17
Die Trespe nur und Distel stand,
18
Und wuchert' im erhitzten Land.

19
Da stunden wir, vom Schweiß benäßt,
20
Der von der Stirn uns rann,
21
Das Herz, von Sorgen eingepreßt,
22
Und sahn den Jammer an,
23
Und seufzten: Ach, du lieber Gott,
24
Wer giebt uns auf den Winter Brot?

25
Da schmolz – hab ewig Dank dafür! –
26
Dein milder Vatersinn;
27
Da sahn am fernen Himmel wir
28
Gewölk, wie Schäfchen, ziehn,
29
Und immer kam's in raschrem Lauf
30
Und schwärzlicher zu uns herauf.

31
Da sank, in Dunkel eingehüllt,
32
Die Sonn' am Wald hinab,
33
Und Regen rauschte kühl und mild
34
Aufs dürre Feld herab;
35
Nun freuet alles dankbarlich
36
Des neugeschenkten Lebens sich.

37
Wie frisch erhebt der Halm sein Haupt,
38
Wie prangt der Flachs so blau!
39
Wie steht der Baum so neubelaubt,
40
Und glänzendgrün die Au'!
41
Und welch ein übersüßer Duft
42
Füllt rings umher die kühle Luft.

43
Das alles hast du, guter Gott,
44
In kurzer Zeit gethan.
45
Wo ist sie nun, die Hungersnot,
46
Der wir entgegen sahn?
47
Drum laß uns immer dir vertraun,
48
Und nie so ängstlich vorwärts schaun!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Johann Martin Miller
(17501814)

* 03.12.1750 in Ulm, † 21.06.1814 in Ulm

männlich, geb. Miller

deutscher Theologe und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.