Frühlingslied

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Johann Martin Miller: Frühlingslied (1788)

1
Gottlob! der Winter schließt nicht mehr
2
Uns ein ins dumpfe Zimmer.
3
Rein strahlt die Luft, und flockenleer,
4
Im milden Sonnenschimmer.
5
Die Au' hüllt in blumigen Teppich sich ein,
6
Und Lieder durchwirbeln den knospenden Hain.

7
Gefühl des Daseins, Liebeslust
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Jauchzt auf von allen Zungen.
9
Von Wonne fühlt auch meine Brust
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Allmächtig sich durchdrungen.
11
Wohin jetzt mein trunkenes Auge nur blickt,
12
Fühlt alles vom strotzendem Mai sich beglückt.

13
Doch ach! So manchen Kranken hält
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Daheim das Schmerzenlager!
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Und mancher Arme schleicht durchs Feld,
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Von Gram entstellt und hager.
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O Blümchen, träuft Balsam auf Wunden voll Schmerz!
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Strahl Freuden, du Sonne, dem Armen ins Herz!

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Und mancher, ach, der letztes Jahr
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Mit mir des Mais sich freute,
21
Und meines Lebens Wonne war,
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Ist jetzt des Grabes Beute.
23
Nun blüht ihm kein Blümchen, so lieblich es blüht;
24
Auch schallt ihm vergeblich der Vögelein Lied.

25
Ruht sanft ihr Toten! Hört ihr schon
26
Kein Lied jetzt mehr erklingen,
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Einst wird zu eurer Gruft der Ton
28
Des Totenweckers bringen.
29
Dann leben von Sorgen und Thränen wir frei,
30
Und droben umblüht uns ein ewiger Mai.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Martin Miller
(17501814)

* 03.12.1750 in Ulm, † 21.06.1814 in Ulm

männlich, geb. Miller

deutscher Theologe und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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