Sol man dan ainem Wäscher schweigen

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Johann Fischart: Sol man dan ainem Wäscher schweigen Titel entspricht 1. Vers(1568)

1
Sol man dan ainem Wäscher schweigen
2
Vnd jm nicht seinen Pläuel zeigen?
3
Sol man aim Narren dan zuhören
4
Vnd jn nicht wie ain Narren bören?
5
Ja soll man ainem Schänder schweigen
6
Vnd jn der schand nicht vberzeugen?
7
Nain, sonder man soll solchen Plaudrern
8
Den Pläuel vm den Kopf wol schlaudern
9
Vnd jnen mit dem Kolben lausen,
10
Damit sie sich so häftig strausen.
11
Ja den Schändern sol man jr schänden
12
Selbs inn jr aignen Busen wenden,
13
Vnd wie vns lehret Salomon,
14
Dem Narren antworten zu hon
15
Nach seiner Narrhait, damit nitt
16
Er sich für klug halt nach seim sitt.
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Derhalben kan ichs nicht erlasen,
18
Das ich nicht auch meß solcher masen
19
Ainem Närrischen Lumpenschwetzer,
20
Des Lands vnd der Stätt Ehrverletzer,
21
Der neulich mit aim Schandgedicht
22
Sich wider fromm Leut hat gericht,
23
Ja selbs wider sein Nachbarschaft,
24
Die Stat Strasburg vnd Aidgnosschaft,
25
Vnd wider vil fromm Redlich Schützen,
26
Durch sein vnflat sie zubeschmitzen,
27
Vnd hat also sein Erbar leben
28
Durch ain Schandschrift an tag gegeben,
29
Vnd sein wiz ausgschüt mit dem Prei,
30
Das man jn jzunt kent dabei.
31
So trett, du Preimaul, nun herfür,
32
Hör, wie man dir den Prei nun rür,
33
Du bist fürwar ain sauber Kunt,
34
Dein Prei hängt dir noch an dem Mund,
35
Die händ sind dir damit noch bsudelt
36
Vnd dein Schreiben gar mit verhudelt.
37
Derhalb geh hin vnd wäsch dich vor,
38
Vnd komm darnach vnd spiz das Ohr;
39
Dan man wol wais, das du dich hast
40
Mit deim Prei drum vermummet fast,
41
Auf das man dich nicht kennen soll
42
Vnd dich las laufen durch die Roll.
43
Drum wäsch dich, eh du jman schändst,
44
Vnd wisch das gsicht, eh ainen plendst.
45
Nun, da er dannoch gwäschen ist,
46
So sicht er etwas Schreiberisch,
47
Man mus jn dannocht nicht vexiren,
48
Er kan Notiren vnd koppiren,
49
Wir möchten sonst vns grob vergessen,
50
Dan er kain haisen Prei mag essen.
51
Nun weicht, das man jn sitzen las.
52
Mein Jackel, was hängt an der Nas?
53
Wie sollen wir nun Ehren dich,
54
Das den Prei rürst so säuberlich?
55
Gwis must deins Preies ain maul voll haben
56
Vnd dan zur Schelmenzunft fortraben,
57
Da krönt dein Nachbaur Murrnarr dich
58
Zum Obersten Treckrüttler gleich.
59
Willkomm, du schöner Katverrürer,
60
Du Oberster Mundpreiprobirer,
61
Man kent dich Reimendichter wol;
62
Verzeih mir gleichwol jzumol,
63
Das ich dich dauz: Ich mus die sachen
64
Auf gut Schweizrisch mit dir ausmachen.
65
Jedoch kanst mirs nicht vbel messen,
66
Diweil ain Schulsack hast gefressen,
67
Darauf Latinisch stund geschriben:
68
So dauz ich dich auf dein Latein,
69
Welchs inn deim schandspruch oft mengst ein,
70
Doch auf gut Schreiberisch verrüret
71
Als approbiret, Reserviret,
72
Vnd da du als ain Treckordnirer
73
Rürst die Zürchische Consecrirer.
74
Dein Latein komt dich wolfail an,
75
Weil es auch an deim Prei muß stahn.
76
Aber du hasts villeicht feciret,
77
Das kain grob Schweizer es sentiret,
78
Oder du hast villeicht timiret,
79
Das man nicht den Katrütler spüret:
80
Diweil dich dan gibst selbst zu kennen,
81
Wöllen wir dir dein lob nicht nemmen,
82
Sonder dich lan den Rüttler pleiben
83
Vnd von deim gdicht nun etwas schreiben;
84
Doch auf gut Teutsch vnd kain Latein,
85
Dan was Teutsch anfängt, soll Teutsch sein.
86
Wie wöllen wirs aber anfangen,
87
Das wir nicht vngonst hie erlangen
88
Von vnserem sauberen Scribenten?
89
Ich wolt, ich könnt nach Murrnarr senden,
90
Dem würd er nicht für vbel haben,
91
Wann er jm sagt vom Nassen knaben,
92
Vnd rüfet jm den Wein wol aus,
93
Oder schickt jm die Säu zu Haus,
94
Diweil er sein Landsmannus ist
95
Vnd Zunftbruder zum faulen Mist.
96
Aber weil wir jn nicht ausgraben,
97
Mus er mit vns für gut wol haben.
98
So will ich nun gleich anfangs prangen,
99
Gleich wie er selbs hat angefangen.
100
Gros wunder mus ich sagen frei,
101
Mit gonst, vom Narren vnd seim Prei,
102
Den er jm hat im Elsaß kocht,
103
Das er damit die Schweizer pocht.
104
Dan da er sie sah Hirsprei Essen,
105
Wolt er jn zu laid Kükat fressen,
106
Wolt eh zu ainer Kupräm werden,
107
Dan das er zaigt Schweizer geberden.
108
Vnd zog dazu kain Händschuch an,
109
Wie sonst gezimt aim Schreiber dan,
110
Der zart Händ hat, auf das er nicht
111
Besudelt sein schön Narrengsicht.
112
Aber er hat geeilt so sehr,
113
Damit er zeitlich fertig wer,
114
Wan die Schweizer von Strasburg kämen,
115
Das sie sein Thorhait bald vernämen,
116
Das einen an der Thur vnd Ill
117
Also der giftig Neid verfüll,
118
Das jm die Menschlich speis erlaid,
119
Vnd sich wie ein Gauchkapfer waid,
120
Oder das jn der Neid so plend,
121
Das er nicht Kat für Prei erkent.
122
Seh, des ist sich zu wundern mehr,
123
Als dis, des du dich wunderst sehr,
124
Nämlich, das ain Mensch darf aus Neid
125
Dem andern Menschen nur zu laid
126
Aus Menschen zum Katkäfer werden,
127
Wie man dan sicht an deinen gberden,
128
Das dir das, so die Menschen speisen,
129
Mus (o der schand) ein Thirkat haisen,
130
Wie du es dan sehr oft vergleichst
131
Vnd an dem Kochen doch oft leugst.
132
Aber nach Kat stinckt dir dein Maul,
133
Drum mainstu, aller Prei sei faul.
134
Wa hastu dein verstand da stecken,
135
Der all ding wilt so gnau ausecken?
136
Soll dis ains Erbarn Mans witz sein,
137
Wie du wilt gsehen sein zum schein,
138
Vnd machst die Leut zum Viech vnd stir?
139
Warlich, vor witz wirstu zum Thir,
140
Vnd ist ains Katrüttlers vernunft,
141
Welche gehört inn dSchelmenzunft,
142
Ja einer Roßpräm sie zu steht,
143
Die inn Roßfeigen nur vmgeht.
144
Ain schand ists von aim solchen Man,
145
Der sich nimt für ain Glehrten an;
146
Glehrte han deiner sehr gros Rum,
147
Gleich wie des Knoblochs aine Plum.
148
Im Roßstall magstu han gstudirt,
149
Daselbs man also Kälberirt,
150
Vnd nicht bei vernünftigen Leuten,
151
Die dis nicht für vernünftig deuten
152
Bistu so mächtig gros erfaren,
153
Das gantz Länder schiltst vnerfaren,
154
Vnd waist noch nit, was kurtzweil ist
155
Wie man diselb zur fräud zurüst?
156
Vnd das man alsdan vil fürnimt,
157
Welchs sich zur ander zeit nicht zimt?
158
Vnd das, wan man ain lad zur fräud,
159
Sich anders erzaigt als zu laid?
160
Oder bistu derselb Fantast,
161
Dem dWitz thut so gros vberlast?
162
Das sie dich vor ängstigen anschlägen
163
Nicht lachen laßt, noch fräudig regen?
164
Man sicht wol nain an deim gedicht,
165
Das du nicht hast so ernsthaft gsicht,
166
Weil eh zu Kükat machst den Prei,
167
Nur das du habst zu Kälbern frei,
168
Sonder aus angenommenem Neid
169
Hassest die kurtzweil frommer Leut,
170
Vnd thust wie alle giftig Spinnen,
171
Die das gut inn gift kehren künnen,
172
Vnd nimmer jnen gfallen lasen,
173
Was dise machen, die sie hassen.
174
Aber der Gneidet pleibt zu laid
175
Dem Neider, das er drob abwaid.
176
Ja, bistu also hoch erfaren,
177
Das du vil Völcker hältst für Narren,
178
Vnd waist nicht oder wilt nicht wissen,
179
Warum angsehen sind die Schiessen,
180
Vnd wie man gmainglich drauf erscheint,
181
Nämlich als Nachbarn vnd gut Freund,
182
Mit allerhand erfundner fräud,
183
Zu bzeugen all Gutwilligkait?
184
Ja, bistu also glidert wol,
185
Das du hältst jderman für Toll,
186
Vnd waist nicht, das es nicht ist Neu,
187
Zu wetten auf ain haisen Prei,
188
Inen an weit ort Warm zu lifern,
189
Dan solchs noch gmain ist vilen Schiffern
190
Vnten am Rein vnd Möranstösen,
191
Wie ich wüßt vil Exempel dessen.
192
Aber was darf mans vil bewären?
193
Wie mancher Bot kan dirs erklären,
194
Das er auf wettung hat inn Eil
195
Warm Speis gebracht vber vil meil?
196
Ja hetst nur ain alt Weib gefragt,
197
Es het dir vileicht auch gesagt,
198
Das gleicher gstalt vor huntert Jaren
199
Die von Zürch sint gen Strasburg gfaren,
200
Vnd wiwol auch weis Leut da waren
201
Vnd mehr, als du, Nasweis, erfaren,
202
Waren sie doch nicht Tadelsüchtig,
203
Das sie gleich hilten für gantz nichtig,
204
Was zur vbung, stärck, gschwindigkait
205
Vnd Nachbarlichem willen lait.
206
Auch, wie sehr es dich nun vertris,
207
Vnd ob der Prei dirs hertz abstis,
208
So ist es dannoch wunderlich,
209
Inn kürtz zuthun ain solchen strich,
210
Nämlich, auf treisig Teutscher Meilen
211
Inn neunzehen stunden ereilen,
212
Fürnämlich durch solch gfärlich Flüß,
213
Wie Limmat vnd der Rein ist gwis.
214
Dan was selten pflegt zugeschehen,
215
Das ist auch wunderlich zusehen,
216
So wol als dis, welchs vor nie gschah
217
Oder welchs mancher vbersah.
218
Troz aber, bist so hoch erfaren,
219
So wett ich mit dir auf den Narren,
220
Wa mir ernennst an Ill vnd Thur,
221
Der desgleichen Schiffart erfuhr,
222
Vnd solchs zuthun hab vnterstanden,
223
Als hie die Zürchisch Bundtsverwanten.
224
Wan es dir dan vngwonlich war,
225
Was schiltst dus dan so hönisch gar?
226
Oder schmackt dir nichts als dein Feigen,
227
So wolt ich, das dus müst bezeugen.
228
Jdoch, weil die Schiffart verachtst,
229
Denck ich, das du es drum verlachst,
230
Diweil du mit geschwinderen griff
231
Fuhrest inns Branden Narrenschiff
232
Inn Narragoni vnd Schlauraffen,
233
Da du dan allzeit hast zuschaffen,
234
Vnd im Hafen rürst den Compaß,
235
Davon dir voll ist Mund vnd Nas.
236
Vor solcher deiner Narrenfart
237
Verstehst nicht, wa der Weis hinfahrt,
238
Vnd nicht desminder, ob dir auch
239
Der Neid zerreissen solt den Bauch,
240
So must dein hertzenlaid doch sehen,
241
Das solche Schiffart ist geschehen,
242
Vnd zur not, wa es Got thät schicken,
243
Noch möcht ainmal zum besten glücken,
244
Vnd je gschwinder die Schiffart ist,
245
Je laider gschicht dir auf deim Mist,
246
Vnd je stärcker die Schweitzer rudern,
247
Je meh mus dich der Neid erschudern.
248
Würd doch dein armer Neid nit hindern,
249
Das Nachbarn jren willen mindern,
250
Vnd freuntlich raisen nicht zusamen,
251
Welches kain fridsam Leut verdammen
252
Dan solch Misthummeln, wie du bist,
253
Die stäts vnruig sint im Mist
254
Vnd gern haben, das der Kat stinck
255
Vnd alles inn ain haufen sinck.
256
Ei liber schöner Guck inn Hafen,
257
Was mainstu dan mit deinem strafen?
258
Mainst, das vm dein Preimaulitet
259
Gehalten werd darinn für schnöd
260
Die Gsellenschiffart zu den zeiten
261
Bei vernünftig erfahrnen Leuten?
262
Nain, sonder man wurd sie mehr achten,
263
Je meh solch Neidhund sie verachten,
264
Diweil weis Leut der Neid nicht plend,
265
Sonder sehen auf das gut End,
266
Welchshalb die Schiffart an war gsehen,
267
Als vm Freuntschaft, so nit zuschmehen.
268
Zu dem, allweil der Rein wurd reissen
269
Vnd die Limmat jr Tück beweisen,
270
Allweil wurd man die Schweizer loben,
271
Das sie, vngeacht baider toben,
272
Baid Flüß hant jnen gfolgig gmacht
273
Inn eil durch streng arbaitsam macht,
274
Durch Handvest vnvertrossenhait,
275
Wie dan gezimt Aidgnossen Leut,
276
Sintemal man nicht hat erfaren,
277
Das ob der Ill vor disen Jaren
278
Solch Wagstück Leut begangen haben
279
On die, wie dus nennst, Schweizerknaben.
280
Du magst sie spotsweis Knaben haisen,
281
Seh, ob sie nicht den Man beweisen?
282
Doch haben sie des Worts kain schand,
283
Dan jr Vorfahrn warn also gnant
284
Von wegen jrer jungen Manschaft,
285
Die sie prauchten zu schuz der Landschaft.
286
Auch haben deines gleichen Gsellen
287
Wol inn verloffenen Krigsfällen
288
Mit Plutig Köpfen oft erfahren,
289
Was die Schweizer für Knaben waren
290
Vnd solch Manhait sie noch erhalten,
291
Diweil sie folgen jren Alten,
292
Vnd was diselben thaten Redlich,
293
Demselbigen nachsetzen waidlich,
294
Wie sie dan auch die Schiffart han
295
Den liben Alten nachgethan,
296
Welche darum kain Narren waren,
297
Wie du Narr sie schiltst all für Narren;
298
Diweil kainer, der vnerfaren,
299
Durch solche gfar würd sicher faren.
300
Oder schiltst Närrisch du all Alten?
301
So seh, wie solches magst erhalten
302
Daheim bei deiner Priesterschaft,
303
Die nur am alten won stäts haft.
304
Aber was darf ich erst vil wort
305
Mit dir zerprechen an dem ort?
306
Dan wan ich auf dein Lumpengflick,
307
Welchs tausent inn das huntert stück,
308
Solt antworten von stück zu stück,
309
Wann würt ich färtig mit deim strick?
310
Man wurd mainen, ich tobt mit dir,
311
Derhalben will ichs kürzen mir
312
Vnd antworten auf etlich schmach,
313
Die wol verdinten gröser Nach.
314
Du nennst nach deiner Grabeseltet
315
Das Schiessen zu Strasburg ganz schnöd
316
Ain Triumpf vnd ain Jubeljar:
317
Ei, wie trifft dus bei ainem har
318
Ja mit der Nasen inn den Mist.
319
Zwar mir nicht lib vm wenig bist,
320
Deinthalben, der dich Römisch nennst,
321
Vnd andre Religion sonst schändst,
322
Das du das Schiessen rümst so sehr
323
Vnd gibst jm Hailig Römisch Ehr,
324
(wa anderst aim zur Ehr geraicht,
325
Do man mit solchem ain vergleicht);
326
Ist dir Strasburg jz worden Rom,
327
Da jder, wie man maint, würt fromm?
328
Wie wilt dan deren widerstreben,
329
Die dir kan bösen Ablas geben?
330
Waist nit, wan sich der frosch willsträussen
331
Gen dem Ochsen, mus er zerreissen?
332
Ei, wie hast dich, du mein Koppist,
333
Der sonst jm Prei verbissen bist,
334
So grob verred jm Jubeljar,
335
Welchs dich noch pringen möcht in gfar,
336
Wan dich zu red dein Pfarrher stelt,
337
Warum Strasburg für Rom hast gzehlt,
338
Diweil allain das Hailig Rom
339
Hat macht zu ainem Jubelkrom,
340
Vnd du wolst ain Neu jrtum dichten,
341
Nach Strasburg die Walfart zurichten?
342
Oder warum dir hat ain Schiessen
343
Ain Jubeljar nun haisen müsen?
344
Vnd also Weltlich Fleischlichait
345
Vergleichst mit höchster Gaistlichait?
346
Dan man möcht dencken, wie auf Schiessen
347
Man nach den Plättern pflegt zu schiessen,
348
Also schieß man im Jubeljar
349
Nach Seckeln, biß sie werden klar,
350
Welchs wer ain grose Ketzerei,
351
Dahin dich prächt der Neidig Prei.
352
Aber such inn deim Formular,
353
Da findst entschuldigung gleich par,
354
Das, als es schribst, nit haim seist gwesen
355
Vnd von S. Vrbans plag warst bsessen,
356
Welcher Hailig dein Nachbar ist
357
Vnd dir oft vnders Hütlin nist,
358
Vnd fürnämlich dich häßlich ritt,
359
Als deinen Prei hast ausgeschütt,
360
Vnd also nicht wußst, was du klafst
361
Vnd wie dus mit der Nasen trafst.
362
Darum du wol ain bus verschuldst,
363
Wa anders du es nur geduldst.
364
Derhalben, wan ich Bapst solt sein
365
Im Jubeljar, welchs du führst ein,
366
Legt ich dir auf kain ander Bus,
367
Als legt ain Säustrick dir an fus
368
Vnd hing ain Küschwantz dir auf dprust,
369
Vnd prent mit deim Prei, deim vnlust,
370
Dir hais ain Zeichen inn den Backen,
371
Da müst du gnug an dein Prei schmacken
372
Vnd rüren dein Petrolium,
373
Vnd zihen zum Triumpf herum.
374
Seh, werst nit auch wol eingeweihet?
375
Solch Weih kain Bischof dir verleihet,
376
Vnd ist vil schärpfer als die Weih,
377
Die du zu gibst dem haisen Prei,
378
Da du schreibst, das man jn thät machen
379
Aus Hirs, kat, Milch, trei gweichten sachen.
380
Pfei aus der schand, du Erzvnflat,
381
Solst du haisen geweicht den Kat?
382
Hältst also dein Religion,
383
So magstu zu den Säuen gohn,
384
Da findstu gnug derselben Weih,
385
So wont ain Sau der andern bei.
386
Hie sicht man dein schön erbar leben
387
Vnd was auf dein Wort ist zugeben.
388
Dan wan ain ehrlich Ader hetst,
389
Würdst schämen dich, das solches redst,
390
Gschweig das solchs schriftlich straiest aus
391
Vnd wilt dazu gerümt sein draus,
392
Darum würd man mir hie verzeihen,
393
Das ich so grob dich mus entweihen,
394
Dan die Laug mus sein wie der Kopf,
395
Der Keiel wie am Ast der Knopf;
396
Ich mus die Mistflig Mistflig nennen,
397
Damit man lehr jr art erkennen,
398
Ich mus aim solchen Grobian
399
Die sach grob geben zuverstahn.
400
Billich, was ainer eingprockt hat,
401
Das er sich dessen auch freß satt,
402
Wie ainer rüfet inn den Wald,
403
Das es jm auch so widerhalt.
404
Jdoch, wo dich des wolst beschwären,
405
Magst dich inn kurzem des erklären,
406
So wollen es verbessern wir
407
Vm etlich stück zum besten dir.
408
Aber es daucht mich gnädig gnug,
409
Diweil du so gar grob on fug
410
Als der gröbst Baur, der nichts mag wissen,
411
Vergleichst dem Jubeljar das Schiessen.
412
Was ist für gleichait zwischen baiden?
413
Inn aim sind sich kurzweil vnd freuden,
414
Im andern der gröst ernst sich find,
415
Da man bereuen soll die Sünd,
416
Da mancher krazt im Kopf der Bus,
417
Wann er so vil Gelts opfern mus.
418
Inn aim Gaistlich vbung bestaht,
419
Im andern Krigisch vbung gaht;
420
Inn aim kurzweilt man vm sein Gelt,
421
Im andern man ain Bus drum stellt;
422
Inn aim, wann ainer etwas gwinnt,
423
Sein sazgelt wider er verdint,
424
Im andern mus man Gelt einbüsen
425
Vnd darfür Brief vnd Plei genisen;
426
In aim gwinnts, der am besten schießt,
427
Wann er schon nicht vil Gelts einbüßt,
428
Im andern, wer am besten zahlt
429
Gewinnts, wie vbel er sich halt;
430
Inn aim sucht man nur guten willen,
431
Im andern den Geizsack zufüllen.
432
Sichst also, liber Jubelman,
433
Das dein gleichnus geht eben an
434
Gleich wie der Prei zu deinem Kot.
435
Derhalben thät es jz wol Not,
436
Wir hetten mit dir vnser Jubel
437
Vnd zögen dir an aine gugel
438
Vnd setzten auf ain Esel dich,
439
Der gspalten wer fein hindersich,
440
Vnd geben dir in dHand sein schwanz,
441
Krönten dich mit aim Nesselkranz,
442
Schmirten mit deim Prei dir den Rüssel,
443
Zulecken allzeit etlich bissel,
444
Schickten dich auf S. Lienhart fort,
445
Der dir austrib dein Lästerwort
446
Vnd den Narren, der dich besizt
447
Vnd also auf dem Esel plizt,
448
Auf das du lehrntest baß erkennen,
449
Wie ain Hauptschiessen sei zunennen,
450
Nämlich ain Nachbarliche fräud
451
Vnd nicht ain Römisch Jubellaid.
452
Oder sind Schiessen Jubeljar,
453
So sind jr warlich vil im Jar
454
Auch bei denen, die Römisch sind,
455
Davon der Bapst doch nichts gewinnt.
456
Dan die von Strasburg haben nitt
457
Erst angefangen disen sitt.
458
Er war, eh deines gleichen Narren
459
Konten den Prei im Hafen scharren.
460
Aber den Namen köntst baß geben
461
Den Kirchweihen, darauf jr leben,
462
Das sind die rechten Jubeltag,
463
Da recht regirt Sant Vrbans plag,
464
Da geht es zu ganz ordenlich,
465
Wie etwan hab gesehen ich
466
Auf dem schönen Zabern Meßtag
467
Vnd andern, die ich nun nicht sag.
468
Aber du merkst es on die Schrift,
469
Nämlich die dein Sant Vrban stift.
470
Nun, dis sei gnug vom Jubelfest,
471
Davon du drum tribst so vil Fest,
472
Diweil nach deinem Teufelsneid,
473
Der vns auch stets vergont die freud,
474
Nicht sehen magst, das Nachbarleut
475
Freundlich zusamen kommen heut,
476
Bsorgst, das ander Leut freuntlichkait
477
Dir, Schadenfro, geraich zu laid.
478
Oder mainst, das vileicht solch Leut
479
Nicht werd sind, das sie han solch freud,
480
So würd des Weer dir geschehen,
481
Das solche Leut must frölich sehen
482
O, wie fro sind wir arme Leut,
483
Das du nicht Bapst bist worden heut,
484
Du hetst gebotten sonst beim Bann,
485
Das die Bauren kain Schiessen han
486
Vnd das sie auch nicht lachen solten,
487
Dan wan sie dich anlachen wolten,
488
Dich nämlich, mit deim Prei beschmirt,
489
Der vnter freud den Neid gern rürt,
490
Ja, das kain Baur kurzum nicht hust,
491
Wie sehr auch rüttelst deinen Wust.
492
Wann du ain Fürst im Elsas hißst,
493
Gleich wie nur ain Calmäuser bist,
494
So hettest du zerstöret zwar
495
Dises Strasburgisch Jubeljar.
496
Derhalben sind ganz fro die Schützen,
497
Das du nichts kanst als Federspitzen
498
Vnd Kat schlecken für Dinten lecken,
499
Welchs sie dir gar wol lasen schmecken,
500
Vnd wollen dir zu dank bald schicken
501
Ain Karch voll, tapfer dran zuschlicken.
502
Ich wolt, wer freud vergont den Freunden,
503
Das er alls laid erführ von Feinden,
504
Vnd wer nicht gern sicht Leut beisamen,
505
Das er ganz ainsam müßt grißgrammen,
506
Vnd wer niman mag frölich schauen,
507
Das er jm selber wer ain grauen.
508
Dan des ist werd solch Teufels art,
509
Das jren, was jm, widerfart,
510
Nämlich, das, weil sie fräut das laid,
511
Sie sitz inn später traurigkait,
512
Vnd müs ertauben vnd erplinden,
513
Ander Leut freud nicht zu empfinden;
514
Wie dich der Neid dan hat geplend,
515
Das du nicht hast die Ehr erkent,
516
Die ain Statt Strasburg hat bewisen
517
Willig alln Fremden auf dem schiessen,
518
Auch dir, der dus vnwürdig warst,
519
Wie du es jzunt offenbarst.
520
Derhalben sagt man recht vom Neid,
521
Er steh auch inn vndankbarkeit
522
Vnd sei wie ain stinkendes faß,
523
Welchs alls erstänck, was man drein faß,
524
Das ist, verkehr die Gutthat auch
525
Inn böses, nach der Spinnen prauch.
526
Ain solches stinckend Faß du bist,
527
Gschissen voll Neid, des Teufels Mist;
528
Drum kanst nichts anders von dir speien
529
Als Teufelskat, schand, Maledeien.
530
Dan ist das nicht ain Teuflisch Schänder,
531
Der schänden darf ganz Stät vnd Länder
532
Vnd aine Hohe Oberkeit,
533
Die ain glid ist des Reichs gefreit,
534
Vnd er doch selbs will sein ain glid,
535
Schänd also selbs das Reich damit?
536
Diweil aber du Reichsverletzer
537
Bist ain Koppist vnd Gerichtsschwetzer,
538
So soll dir billich sein bekant,
539
Was für straf gebürt auf solch schand,
540
Vnd denen, die Schmachschriften dichten,
541
Vnd schmählich des Reichs Ständ ausrichten,
542
Nämlich das man sie strafet gleich
543
Wie die Aufrürer inn aim Reich,
544
Diweil sie durch jr Zung vnd schreiben,
545
Wie jene durch gwalt, aufrur treiben,
546
Vnd vnterstehn durch jrlos schwetzen
547
Die Leut inn ainander zuhetzen,
548
Vnd durch der Ständ verklainerung
549
Zu trennen der Ständ ainigung,
550
Wie dan du Lugentrüssel thust,
551
Inn dem du aufschütst deinen Wust
552
Wider die Ehrende Ammaister
553
Von Strasburg, die du nennest Kaiser,
554
Ja Monarch, so herschen allain,
555
So doch allda herscht die Gemain.
556
Entweder nicht du, Munaff, waist,
557
Was recht das Wort Monarcha haißt,
558
Bist also der gmalt Schulsackesel,
559
Welcher kain Kraut kent als die Nessel,
560
Oder du thust es nur zu schmach,
561
Verdinst deshalb wol ain scharf rach,
562
Das dein Monarch der Henker wer
563
Vnd lehrt dich tadeln des Reichs Ehr.
564
Dan Strasburg ja jr Freihait hat
565
Von Kaisern, wie ander Reichstat,
566
Das sie jr Oberkait besez,
567
Doch nit zu Nachthail des Reichs Gsez,
568
Wie du Neidhund führst ain gebell,
569
Als ob sie die Welt fressen wöll,
570
Sonder dem Reich zu Ehr und nuz
571
Vnd jrer Vndertanen schuz.
572
Darum sind jr die freihait geben,
573
Deren sie, Gotlob, noch geleben,
574
Dir vnd deins gleichen zu aim Dorn
575
Inn Augen vnd zu laid dem zorn.
576
Dan niman haßt die Oberkait,
577
Als der sich legt auf vppigkait,
578
Gleich wie kain Vogel haßt das Licht,
579
Als der auf Diebstal ist gericht.
580
Oder, du Neidisch Teufelsgfider,
581
Ist dir die Person so zuwider,
582
Die damals hilt das Regiment,
583
Als man das Schiessen hat vollend,
584
So zaigst du wol dein Neidig art,
585
Die sich an vnschuld auch nicht spart
586
Vnd nur haßt, was nicht ist jrs gleichen,
587
Als die Frommen vnd Tugendreichen.
588
Dan, was hat sie doch durchs ganz schiessen
589
Gethan, welchs jman möcht verdriessen?
590
That sie nicht freuntlich sich erweisen
591
Allen fremden, wie sies noch preisen?
592
Hat sie nicht selber mit geschossen
593
Vnd gleiches vortails mit genossen?
594
Wa hat sie sich erzaigt beschwärlich?
595
War sie nicht allen Schützen Ehrlich,
596
Also das sie sich hant gefräut
597
Ab seiner gegenwärtigkait?
598
Was darfst du sein dan so vergessen,
599
Der auf dem Schiessen selbs bist gwesen,
600
Vnd hast solch freundlichkait gesehen,
601
Das dus ain Monarchi darfst schmehen?
602
(dan ainem geben höhern Namen,
603
Als aim gebürt, haißt ain beschamen.)
604
Du Neidhund waist wol glegenhait,
605
Was Strasburg hab für Oberkait,
606
Vnd das kain Monarchi da sei,
607
Sonder die Gmain regir da frei,
608
Auch das nicht ain Person allain,
609
Sunder die Burgerlich Gemain
610
Dis ehrlich Schiessen an hab gsehen,
611
Nach dem es etlich mal geschehen,
612
Das jnen etlich Stätt vnd Ständ
613
Han, wie präuchlich, Kränz zugesend,
614
Auch neulich auf dem Wurmsisch schiessen,
615
Die sie dan nicht verwelken lisen,
616
Sonder sie prachten an den tag,
617
Wie jr Ausschreiben solchs vermag.
618
Noch speit dein Käl gift wie ain schlang,
619
Welche erstecken solt ain strang.
620
Aber was soll ich ernst vil prauchen
621
Mit Narren, die man nur soll stauchen,
622
Ich mus darfür deinr thorhait lachen,
623
Das du mainst, es kön sonst nit machen
624
Ain Oberkait jr ainen Namen,
625
On wan er dSchüzen rüf zusammen,
626
Als ob nicht ander thaten weren,
627
Die dis Hoch Amt nun längst her ehren,
628
Vnd Strasburg nit längst het ain Namen,
629
Eh je die Schiesen noch aufkamen.
630
Da sicht man dein Nasgrose wiz,
631
Wie du seist so erfaren, spiz,
632
Minder als Ruprechtsauerbauren,
633
Die meh inn jrm Schulthais erdauren,
634
Vnd du wilt, wais nit wo, sein gwesen,
635
Weit vber Ruprechtsau gesessen,
636
Als inn Narrwon vnd inn Narrweden,
637
Vnd kanst nicht baß von sachen reden,
638
Warum ain Weise Oberkait
639
Solch kurzweil anricht vnd berait,
640
Nämlich zu guter freuntschaft pflanzung
641
Vnd Nachbarlicher lib ergäntzung.
642
Haißst du dan nit ain schlimmer Schuster
643
Vnd ains Neidigen Narrens muster?
644
Ich seh wol, du dörfst auch wol schlisen,
645
Wan nun dein Landfürst hilt ain schisen,
646
Das ers vonwegen Namens thät.
647
Auf das man von seim Namen Red,
648
Gleich wie Kinder jr Namen graben
649
Inn Wänd vnd Glocken, jn zuhaben.
650
Ei, wie hast dus so fein getroffen,
651
Ei, das man zind dem Herren schlofen.
652
Damit ain schläflin er drauf thu
653
Vnd las der Wiz ain wenig Rhu.
654
Ich glaub, du mainst, aim jeden sei
655
Wie dir, Kathan, mit deinem Prei,
656
Den du darum hast angericht,
657
Zusagen von deim Predigedicht,
658
Wie man im Elsas find ain Schreiber,
659
Der maisterlich zerrür die Kleiber,
660
Vnd welcher Saursenf machen wöll,
661
Das er dasselb Preimaul bestell,
662
Der könn jm schaffen ainen Namen
663
Inn vergleichung der ding zusammen,
664
Den Kat zum Prei, Triumpf zum schiessen,
665
Vnd kurzum des Haupts zu den süsen.
666
Der würd noch inn die Chronich kommen,
667
Wie er die Zürcher nahr hab gnommen,
668
Vnd sein
669
Der ewig Thor inn Moria.
670
Dan welcher nicht berümt mag werden
671
Durch ehrlich Thaten hie auf Erden,
672
Der sucht durch vnehr ainen weg.
673
Auf das man von jm sagen mög.
674
Wie diser, der ain Kirch verprant,
675
Damit sein Namen würd bekant.
676
Also hast du die Leut geschänt,
677
Auf das man dich Schandvogel kent
678
Vnd ain Vorbild der Schänder würst,
679
Die schand finden, darnach sie dürst,
680
Die man am schänden kennen kan,
681
Das sie auch vm mit schanden gahn.
682
Aber solch Schänder nichts meh kränkt,
683
Als das jr falsch Zung nichts verfängt,
684
Vnd hat an Frommen minder kraft,
685
Als wan ain Pfeil auf Eisen haft,
686
Oder als wan ain Wespe kummt
687
Vnd auf vnd ab lang vmher prummt,
688
Vnd sich zu lezt stoßt an die Wand,
689
Vnd fällt herab on widerstand.
690
Also was hilfts dich, Hurnaus thumm,
691
Das du lang humst vnd prummst herum
692
Mit schelten an standhaften Leuten,
693
So es für Prämenschnurren deiten?
694
Was schads aim Marmolstainin Bild,
695
Wans ainer gaiselt oder schilt?
696
Vnd was hat es dem Mör geschad,
697
Das es Xerxes gegaiselt hat?
698
Also was mag dein schmach verdunkeln
699
Bei hohen, die alles verfunkeln?
700
Was reibst dich an die Oberkait,
701
An deren man die Köpf lauft prait?
702
Waist nicht, wer vbersich will hauen,
703
Dem fallen die Spän inn die Augen,
704
Vnd das man sich an Hecken reißt
705
Vnd an den Niderm gras bescheißt?
706
Solchs vnd dergleichen, schöner Aff,
707
Solst, eh du schribst, han wol begaft,
708
Weil du so weit wilt gwandert haben
709
Auf deim Handwerk der Nassen knaben,
710
Das du mainst, andre Nationen
711
Allzait wie Schnecken dahaim wonen,
712
So doch inn die fürnemste Land
713
Die Schweizer werden in Krig gsand,
714
Inn die Land nämlich, da, du Narr,
715
Selbs achst, das man mehrthails erfahr.
716
Vnd ist solch erfahrnus im Krig
717
Mehr als wan müsig man vmzüg
718
Mit sicherhait inn Venus Haus,
719
Vnd pring fremd sitten dan heraus,
720
Könn, wie jr Kunden, prächtig schwetzen
721
Von Narrentäding vnd von Metzen.
722
Solches verderbt die alte Sitten,
723
Welchs die Schweizer han stäts vermitten
724
Vnd darum noch mit alten Präuchen
725
Iren Vorfaren Lob erraichen.
726
Deshalb solt man ausläuten dir,
727
Da du pringst Hemd vnd Socken für;
728
Dan wer wais nit, das Schweizerland
729
Hart Volk ziecht, wie auch ist das Land?
730
Aber nach deiner Schreiber art,
731
Die man ziecht auf dem Küssen zart,
732
Wilt du von andern auch vrtailen,
733
Gleich wie dein Weib mit dir mus gailen,
734
Vnd dir das Hemd ins Bett warm pringen
735
Vnd die Nat rain an socken zwingen.
736
Drum läutet jm nur all Säuglocken,
737
Das man ausläut die Schreibersocken,
738
Diweil er sorg trägt für die füs
739
Vnd für die Händ nicht, die er bschiß,
740
Als er, wie er von sich selbs meld,
741
Schob Kükat, mit erlapp, inn d zelt.
742
Dis iß wol, wie schreibst, leckerei,
743
Vnd aine schleckhaft schälkerei,
744
Welche die Schweizer sehr vexirt,
745
Diweil jn du hast angerürt.
746
Dan welcher ist, den nicht verdrießt,
747
Wann ainer Kat zu laid aim frißt?
748
Du hetst noch wol ain andern bossen
749
Können reissen den Eidgenossen,
750
Wan du das Maul hetst gnommen voll,
751
Vnd an die zelt gespritzet wol.
752
O wie hetten sie gzörnt dazu
753
Vnd dir vil gwünscht aus dem Land Mu.
754
Ich wolt zur gdächtnus auf den Maien
755
Dich lan inn Küleim contrafaien,
756
Vnd dein Nas gar schön drein visiren,
757
Ja, dich gar damit Balsamiren,
758
Dan du bist mir nun nicht meh fail,
759
Weil du bist so bossirlich gail,
760
Gewis man dich zuprauchen hat
761
Für ain kurzweil vnd vnflats Rhat,
762
Vnd hettens die von Strasburg gwißt,
763
Sie hetten wol ains Narren gmißt,
764
Vnd dich damals behenkt mit Schellen,
765
Diweil du doch kanst Reimen stellen;
766
Nicht, das ich dich vexiren thu,
767
Dan du bist mir zu lib darzu.
768
Jdoch darf ich dich wol vexiren,
769
Dan du laßst mir noch nicht mandiren,
770
Gleich, wie du sagst, das man mandirt,
771
Das man die Fremde nicht vexirt,
772
Welches doch erst sehr billich wer,
773
Vnd anderswo ist präuchlich sehr.
774
Wo anders bist inn Fremde gwesen,
775
Wie du dich mächtig ausgibst dessen,
776
Da man die Fremde soll empfangen,
777
Wie man von jn will gonst erlangen:
778
Vnd welchen Prei selbs nit magst fressen,
779
Sollst auch aim andern nicht zumessen.
780
Wolan, ich halt lang auf dein lib,
781
Dein Prei würd schir vom rüren trüb,
782
Pringt dir, Katrüttler, schir den schnuppen,
783
Mein, wolst jn ain klains vbersuppen,
784
Weil der Mundpreicredenzer bist,
785
Ob er Prei oder Kat nun ist.
786
Gleichwol verzeih mir mein vnglimpf,
787
Das ich zu bekant mit dir schimpf.
788
Ich maint es gut, on scherzen frei,
789
Dich auszuwäschen von deim Prei,
790
Dan mich gedauret hast gar fast,
791
Das dich damit verwüstet hast
792
Vnd verglichen die Menschenspeis
793
Zum Viechkat, vnflätiger weis.
794
Auch das die Schiffart, rümlich gschehen,
795
Darfst vngegründter sachen schmehen
796
Vnd thun wie der Neid, so nur lacht,
797
Wan ain Schiff vntergeht vnd kracht.
798
Auch das schiessen, bedacht auf freundschaft,
799
Hässig deiten auf troz vnd feindschaft,
800
Auch deine aigne Nachbarschaft
801
Schänden aus Neid ganz lugenhaft,
802
Vnd beschmaisen mit Neidig gift
803
Ain Oberkait, vom Reich gestift.
804
Ja, allenthalb erzaigst dein Neid
805
Vnd dein lust zur vnainigkait.
806
So mußt ich dem Bellenden Hund
807
Ja stopfen mit seim Prei den Mund.
808
Vnd jne zalen mit der Münz,
809
Mit der er andern zalt die zins.
810
Hetst du gespart den Atham dein,
811
Damit dein Prei zuplasen fein,
812
Vnd dein Maul gestopft mit deim Kat,
813
Het ich dir nicht thun dörfen Rhat
814
Mit ainem Katgschmirten Gebiß,
815
Welchs dein zung hilt im zaum gewis,
816
Wiwol inn manchem Wort vnd stück
817
Sie wol verdinet ainen strick,
818
Fürnämlich, da du treibst dein gspött
819
Mit Oberkait der Land vnd Stätt,
820
Vnd gern wolst die lib Eidgnosschaft
821
Verklainern bei der Nachbarschaft.
822
Waist nit, wer wol redt, hört auch wol;
823
Jder, wie er säyt, mäyen soll?
824
Wan die Hurnaus die Binen plagt,
825
Würd sie von Binen auch gejagt.
826
Wan du werest ain erbar Man,
827
Nämest dich nicht des schändens an,
828
Niman het dich ain Narren gschäzt,
829
Wan nicht geredt hetst vnd geschwezt.
830
Wan die Buzschär aufreißt das Maul,
831
So sicht man erst, das sie stinkt faul.
832
Aber villeicht wolst aim hofiren
833
Mit deim Prei rüren vnd kälbriren,
834
So hast dus mächtig gut gemacht,
835
Das man jetz allenthalb dein lacht,
836
Das ain Muck will ain Seul vmstosen,
837
Die sie doch aufrecht stehn mus losen,
838
Vnd will sein arm Rachgir vnd Neid
839
Beweisen in dem, welchs nichts deit.
840
Deshalben mußt man dich bekräntzen
841
Mit Dannzweigen vnd Eselsschwänzen,
842
Vnd dich ausstreichen vnd schön molen
843
Mit deinem Prei, mit speck vnd Kolen.
844
Ich hab die Sau, darein du stichst,
845
Nicht können bschären, wie du sichst,
846
Sonder im Sauschären vnd stechen
847
Wollen wir dich den Maister rechen,
848
Du stichst weit hinein inn aim Jor,
849
Stech jmmer fort, sie lauft empor.
850
Aber die Sau mußt sengen ich,
851
Die schick ich dir jetz zu dem stich,
852
Vnd will himit geworfen han
853
Vnter die Hund, so bellen an,
854
Vnd welcher würd getroffen hie,
855
Der mag sich lasen hören frü,
856
Den wollen wir als dan aufs frisch
857
Empfangen auf grob Schweizerisch.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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