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Man hat etwa im Mör gefunden
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Mörwunder von Römischen Kunden,
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Als MörBischof, Mörmönch, Mörpfaffen,
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Auch Meßkrotten vnd Pilgeraffen,
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Welches das vngheur wesen deit
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Der Römischen vngaistlichkait.
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Dan die Schrift nent die Welt ain Mör,
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Welchs gros vngzifer stäts gebär,
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Aber kain grösers wir heut kennen,
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Als die sich Gaistlich Häupter nennen,
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Die inn dem Mör der Welt hie wüten,
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Vnd vil Mörteufel noch ausprüten.
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Bei den weißt Sant Johann ain Haupt,
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Welchs sich her aus der Erden schraubt,
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Vnd ist gleich wie das Lamm gehörnt,
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Aber red wie der Trach erzörnt,
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Vnd haißt das gekrönt Abgrundthir,
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Das Stulthir, so Frösch speit herfür.
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Dasselb, wie es alls zaubern kan,
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Also zaubert sichs selbs voran,
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Kehrt wie der Mörgöz Proteus
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Sich nun inns Lamm mit Fegfeur Rus,
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Nun inn ain Thir, welchs vil verfür,
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Nun inn ain Hur, so reut das Thir,
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Welchs aus dem Mör herfür ist gstigen
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Vnd muzt sich mit betrug vnd lügen,
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Verzaubert mit dem Hurenwein
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All, die auf Erden wonhaft sein,
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Das sie mit jren Bulen müsen,
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Vnd jren fallen gar zun füsen.
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Solch Mörlamm, Stulthir, Babelshur
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Ist zu Rom die Höllisch vnfur
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Mit sein Schupen vnd Abgrundgschmais,
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Wie man aus diser Bildnus wais.
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Das ist das rechte Erzmörwunder,
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Welchs mit dem Trachen färt herunter,
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Darab die Leut verwuntern sich,
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Vnd ehren es als Hailiglich,
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Ja selbs mus sein die Hailigkait,
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Die durchs Fegfeur inn Himel lait.
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Dis ist Medus, die Mörhur zwar,
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Die der Mörabgot Phorcus gbar
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Aus Ceto, dem Wallfischengschlecht,
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Die Neptun inn dem Tempel schwächt,
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Welcher Har waren eitel Schlangen,
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Damit jr Buler sie thät fangen,
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Vnd nur mit anplick von dem Haupt
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Die Menschen jrer sinn beraubt.
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Dis ist der schrecklich Gorgonsscheitel,
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Der die Leut stainhart macht vnd eitel.
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Dis ist Cirz, die Mörkönigin,
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Die giftig Spinn vnd Zauberin,
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So die Gäst, die bei jr einkehren,
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Mit jrem trank inn Viech kan kehren.
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Dan sie kan sich so hailig schmucken,
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Das sich die Welt vor jr mus tucken,
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Meinen nit, das solch gschmuckte Dirn
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Mit Bann, Prand, Gift vnd Mord so zürn,
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Bis sie den Libtrank ein hant gnommen,
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Dan können sie nicht ab wol kommen.
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Was ist aber das schöne schmucken,
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Darinn sich die Pupp laßt begucken?
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Vnd was ist der anstrich vnd schein,
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Welcher die Menschen dunkt so fein?
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Das sint gar selsam Kirchengpräng,
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Fremd Ceremoni vnd Gesäng,
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Ain Sacristei voll Mummerklaidung,
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Gulden Kelch, Paten, Meßberaitung
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Kirchenpalläst, Gmalt gemäur,
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Vmhäng vnd Altartafeln theur,
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Die Kirch voll Poppenkrämerei,
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Monstranz, Orgeln, Vogelgschrai,
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Gros Infuln, gulden Hirtenstab,
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Pluthut, Feldstock, hailgen Grab,
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Die treifach Kron im Sessel tragen,
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Pantoffel küssen, Basso sagen,
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Vil Lastwägen mit Hailigtum,
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Des schmuck wärd ist vil Fürstentum.
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Dazu kommen dan faißt Prebenden,
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Reich Stift, welche die Leut bald plenden,
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Des Simons Gaistlich Wechsselbank,
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Der Gnadenkram vnd Ablasschank,
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Sölpfenning, zehend, Opfergelt,
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Ausfart, Jarzeit, Presenzgefellt,
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Das Bullenplei inn Gold Alchmirt,
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Den Todenstaub zu Gelt palirt.
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Desgleichen auch die Menschengsaz,
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Die man auch halt für schönen Schaz,
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Weil es scheint hailig äuserlich
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Vnd töd den Gaist doch innerlich,
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Als sind Decret, Extravagant,
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Des Bapstes herzenschrein genant,
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Das Weichbuch, Legent, Wunderzaichen,
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Von Krisam, Weihsalz, ölen, Räuchen,
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Von feiren, fasten, hungergbott,
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Das Ehverbott vom Hurengbott,
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Milchzins, Mönchskut, Nonnenzöpf,
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Pfaffenplat vnd gefirmte köpf,
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Jubeljar, Walfart, Leibfäll, Sälmeß,
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Die Rumpelmet gut zu der Stillmeß,
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Wachs, Kerzen, Ampeln, Glockentauf,
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Butterprif, Orenbeicht, Kreuzgänglauf,
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Beschwören, Kirchweih, Todenölen,
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Vnd die Fegfeurig Poltersölen,
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Drauf die Meßpfrundner vnd Meßfechter
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Gestift sind als recht Todenwächter,
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Zuschicken kaine Säl Sant Petern,
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Sie zoll dan vor den Sälverrätern.
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Secht, solch gepräng, pracht, vberfluß,
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Der hailig schein vnd gut genuß
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Waren des Römischen Olgötzen
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Augenplendung, in was zuschätzen;
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Solche benannte scheinbar stuck
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Waren der Babelshuren schmuck,
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Dadurch jr Buler sie betrog,
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Vnd schir die halb Welt an sich zog.
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Aber da heut der Anstrich jren
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Will ab gan vnd die farb verliren,
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Da kommt an tag der Hurenschmuck,
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Das es nur sind gespettelt stuck
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Aus Judentum vnd Haidentum,
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Vnd aus des Trachen Aigentum.
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Darum, da sie es sicht verloren,
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Thut sie wie vnverschamte Horen,
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Will auch die Leut erst zu jr zwingen,
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Mit jren Bulschaft zuvollpringen,
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Praucht Bannen, mörden, praten, siden,
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Thut die Biblische Schrift verbiten,
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Nimt die Leut inn gelübd vnd Aid,
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Zu loben all jr vppigkait,
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Trennt Bündnus, vnd lößt auf die Aid,
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Erregt zu Krig die Oberkait
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Wider jr aigne Vntertonen,
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Befilcht, kains Pluts noch Stands zu schonen
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Stift Ketzermaister, bsold Mordgifter,
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Sezt König ab, würd neuer Stifter,
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Vnd will kurzum mit list vnd gwalt
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Zwingen, das man jr Bulschaft halt
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Aber es mag sie alls nichts frommen,
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Dan jre zeit herbei ist kommen,
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Das die Buler, so sie vor schmuckten,
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Iren den schmuck jzunt entzucken,
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Vnd geben jren solchen lon,
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Gleich wie sie jnen hat geton.
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Des sollen wir Got danken billich
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Vnd folgen jm den weg ganz willig
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Den er vns heut aus Babel weißt,
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Auf das man jn rain forthin preißt.
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Dan welcher nicht aus Babel geht,
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Der würd mit jr vmkommen schnöd.