Wiewol die alten Artzet hielten

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Johann Fischart: Wiewol die alten Artzet hielten Titel entspricht 1. Vers(1568)

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Wiewol die alten Artzet hielten,
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Daß, welche die Lieb zu viel fülten,
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Kranck weren beid an Leib vnd mut,
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Weil mancher jhm selbst schaden thut,
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Auch war der Heydnisch Weysen lehr,
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Daß Lieb den Thoren nur gehör,
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Dieweil sie anstift spöttlich sachen,
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Die einen stellen zuverlachen;
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Vnd auß dem grund bewisen sie,
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Daß kein Weiser solt freyen nie,
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Dann weil der anfang spöttlich sicht,
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So werd der außgang ernsthafft nicht.
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Aber das war zu weit geschritten,
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Auß einem theil das gantz verbieten,
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Vnd von wegen etlicher Leut,
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So in der Lieb verschreiten weit
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Vnd ordentlich zur Ehe nicht trachten,
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Drumb die ordentlich Ehe verachten.
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Solt mir eins andern wütigkeit
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Erleiden drumb die bscheidenheit?
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Solt mir eins andren volle weiß
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Erleiden drumb al tranck vnd speiß?
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Nein, sonder eins andern irrer weg
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Macht, daß ich such den rechten steg.
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Vnd zugelassen, wie gemelt,
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Daß oft die Lieb gar spöttlich felt
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Vnd kindisch anfängt, wies offt gschicht,
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Wann aber dieselb wird gericht
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Zum ernsthafften Ehelichem leben,
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Was wilt dem anfang schuld da geben?
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Ein jeder anfang, weiß man wol,
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Ist nicht vollkommen, wie er soll,
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Wie man solchs in alln künsten sicht,
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Daß keiner ist gleich Meister nicht
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Das Kind muß stammeln, ehe es redt,
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An bäncken klettern, ehe es trett;
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Noch dannoch ist war, wie man seyt,
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Auß den kindern werden auch Leut,
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Vnd wann dieselben wol gedewen,
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Was hast an kindheit dann vor schewen?
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Also ist mit der Ehe auch gthan,
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Die muß auch jhren anfang han
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Vnd jhre kindheit, welche ist
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Die Lieb, mit bulen zugerüst.
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Da thut man offt viel kindisch Ding,
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Biß man den ernst zuwegen bring,
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Vnd wann alsdann guts komt auß spott,
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Was ist der spott zuklagen noth?
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Der schertz geht vor, ehe ernst nachgeh,
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Vnd Lieb schleußt thür auff zu der Ehe.
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Gleichwol muß ich bekennen diß,
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Daß mans offt vbermacht gewiß,
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Wann man gar vberschreit das Ziel,
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Welchs dann sehr leichtlich gschicht vnd vil,
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Weil bald die hertzen werden geil,
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Wann jn gut leben wird zu theil.
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Ja offt, wann nicht die mässigkeit
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Im zaum helt die begirlichkeit,
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Vnd man zu sicher dahin lebt,
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Als ob man in den Rosen schwebt,
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So wird die Lieb ein Viehisch brunst,
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Die nicht acht Gotts noch Eltern gunst.
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Wie euch dann dessen hie bericht
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Die gegenwertig wunder gschicht,
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Da Ismene die Jungfraw schön
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So plötzlich läßt die Lieb eingehn
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Bei eim wolleben, da sie meint,
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Daß jhr die Sonn allein nun scheint,
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Weil sie ein jungen gsellen sicht,
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Der vielleicht war der heßlichst nicht
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Vnd laßt darumb dem lust sein raum,
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Helt jhr begird nicht in dem zaum,
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Sonder hengt jhm nach mit gewalt,
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Entdeckt sie auch sehr manigfalt
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Gegen dem Jüngling mit gebärden,
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Daß er jhr auch drumb hold muß werden
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Was war die vrsach, daß so gschwind
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Eins gegen dem andern entbrint?
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Kürtzlich die warheit fürgebracht,
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Hats jugend vnd die wollust gemacht,
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Dann jugend vor sich selber gleich
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Ist zu Liebsachen mild vnd weich,
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Vnd wann erst wollust darzu reicht,
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Werden die hertzen mehr erweicht.
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Gleich wie die Sonn ein steinharts eyß
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Zertreibt, daß es zerschmeltzt gar leyß,
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Also erweicht der wollust auch
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Die Hertzen, wann sie schon sind rauch,
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Dann freud die gmüter auf thut blähen,
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Wie dWind ein lären Sack auffwähen,
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Vnd vberfluß bringt mutwill mit,
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Kein freud ist ohn geylheit nit.
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Dann was ist Lieb als jmmerzu
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Eins müssigen Hertzens vnrhu?
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Wann die gemüter müssig sein
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Vnd freudig, da steigt Venus ein;
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Darumb hie bei der Malzeit gschwind
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Die Jungfraw lieb den Jüngling gwint,
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Vnd weil sie die nicht ab thut kehren,
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Auch jhr die Eltern die nit wehren,
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So wird sie vnschamhafftig gar,
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Daß sie dLieb spielt zu offenbar,
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Vnd auch durch jhr leichtfertigkeit
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Den Jüngling führt in gleiches leid.
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Welcher wiewol standhafftig sehr
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Ein zeitlang thet ein gegenwehr,
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Vnd solche zartlicheit veracht,
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Doch als er zuviel nachgedacht
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Der freundlicheit, die sie offt übt,
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Da ward er auch mit Lieb betrübt,
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Vnd vngeschickter dann sie nie,
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Dann er jhm macht vnzählig müh
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Vnd achtet nicht all lehr vnd raht,
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Die jhm sein Vater trewlich that,
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Ja seiner Ehr er auch vergaß,
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Die doch verwart die Jungfrau baß.
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Letstlich verstiegen sie sich beid
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So weit in dieser lieblicheit,
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Daß sie jhr Eltern auch vergessen
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Vnd jhren kummer nicht ermessen,
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Vnd wagen in den lufft jhr leben,
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Sich auff das wilde Meer begeben,
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Nur daß sie jhre Eltern fliehen,
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Die sie zu solcher forcht nicht ziehen.
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Dann hetten sie vielleicht dorumb
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Begrüsset jhre Eltern frumb,
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Die hetten gute weg gesucht,
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Das es nicht hett bedörfft der flucht.
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Aber weil sie jhn selber rathen,
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Führen sie sich auch selbst in schaden,
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Vnd weil sie an jhn selber werden
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Zu Räubern mit grossen bschwerden,
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So laßt sie nicht vngstraffet Gott,
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Sonder schickt jhn ein grosse noht
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Zu Meer, daß man sie werffen thut
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Außm schiff für vnrecht fertig gut.
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Allda erkanten sie jhr Sünd,
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Wie sie auch Gott zu Meer hie find
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Vmb jhre vngehorsam that;
140
Baten derhalben vmb genad,
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Die jhn dann widerfehret auch,
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Daß sie ohn allen gmeinen brauch
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Im Meer erhalten werden beid,
144
Vnd kommen zusamen mit freud,
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Nach welchem sie zu hauß erst reisen,
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Vnd sich demütig da erweisen
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Gegen den Eltern, bittens ab,
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Daß man sie in genaden hab.
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Dieselb heurathen sie zusamen,
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Vnd bschliessens also in Gotts namen.
151
Secht, also wird die Lieb geübt,
152
Vnd, ehe sie klar wird, vor betrübt,
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Vnd also wird die Lieb probiert,
154
Ob sie sey fest, wie sichs gebürt;
155
Vnd wann sie zu anfang all zu freudig,
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So mittelt sie sich dann zu leidig;
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Vnd wann das mittelst ist vnrichtig,
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So wird das end dest besser schlichtig.
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Darumb in keinem leid verzag,
160
Wer weiß, was bringt der morgig Tag?
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Wann die gfärlicheit ist am höchsten,
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So ist das glück am aller nächsten;
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Wann man allein auf Gott besteht,
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So schlächt er wol, jedoch nicht tödt;
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Vnd wer sein vbelthat erkent,
166
Dem reichet Gott bereit die händ.
167
Vnd fürnemlich darffs in der Ehe,
168
Das man allein auff Gott bestehe;
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Dann da geht allerley zu hand,
170
Wie zu Meer, ehe man kompt zu Land,
171
Vnd wer da fest besteht vnd traut,
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Fürt, wie man saget, heim die Braut.
173
Derwegen, weil man solche lehren
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Mag aus disen Liebbüchern hören,
175
So laßt vns die nicht schlecht verlachen,
176
Wann sie schon handeln Bulersachen;
177
Dann diese seind, wie oben gmelt,
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Der anfang zur Ehelieb gestellt,
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Vnd müssen all schier durch die Schulen,
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Ehe sie erlangen jhren Bulen,
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Vnd vor die Narrenschuh zertretten,
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Ehe sie die ernsthafft klugheit hetten.
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Jedoch so halt ein weiser maß,
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Daß man den Narrn nicht gar außlaß
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Vnd gar vergeß Männische sterck,
186
Treib wie Hercules spinnwerck.
187
Dann solchs geht baß den Meidlein hin,
188
Die seind zarts Leibs, han leichten sinn,
189
Sonder halt dich bescheidenlich,
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Wie hie vnser Jüngling ernstlich;
191
Laß dich den wollust nicht bewegen,
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Sonder mit ernst stell dich dargegen,
193
So bleibstu selber mächtig dein,
194
Vnd führst dich in kein vnglück ein.
195
Wolan, diß wer zum eingang gnug,
196
Wie man die gschicht hie läß mit fug,
197
Daß keiner sich nicht ärger dran,
198
Sonder mehr nutz empfang darvon,
199
Darbei will ichs auch jetz lan bleiben,
200
Wiewol ich auch noch möcht beschreiben
201
Von der bedeitnuß dieser gschicht,
202
Wie das sie nemlich vns bericht
203
Die Lieb, die wir vns selber tragen,
204
Vnd nur nach Leibswollüsten fragen,
205
Vnd wie wir schmeicheln vnserm fleisch,
206
Machen selbst, daß es nicht bleibt keusch.
207
Darumb seind hie fürgestellt gleich namen,
208
Weil vnser fleisch halt steiff zusamen,
209
Vnd wann Cupido die Begird,
210
Darzu schlächt, wird sie bald verführt.
211
Aber dieweil es lieff zu weit,
212
Ist gnug, daß ich drauff hab gedeit,
213
So kan ein jeder jm nachsinnen
214
Vnd den verstand leicht finden drinnen,
215
Fürnemlich wem Gotts wort ist kund,
216
Darinn solch lehr auch hat sein grund.
217
Secht, solcher gstalt ist nichts so schlecht,
218
Daß nicht eim Frummen nutzen brächt,
219
Dann dieser kan auß gringen Kräutern
220
Ihm auch ein nützlichs Wasser läutern,
221
Kan etwann auß eim grünen blat,
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Das ein anderer mit füssen trat,
223
Ihm ein köstliches Wasser brennen.
224
Darumb ligt es als nur am erkennen
225
Vnd an dem brauch, wies einer gnießt,
226
Den verständigen als erschießt.
227
Denselben ist diß buch auch gschrieben,
228
Die werdens brauchen vnd belieben;
229
Aber das ander Spinnengschlecht,
230
Welchs zu gifft machet auch das Recht,
231
Achten wir nicht vnd wünschen dem,
232
Das es so vil gifft in sich nem,
233
Biß es jm mög den Leib zerzerren:
234
So trifft vntrew sein eignen Herren.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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