So die Musick gerhümet würd

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Johann Fischart: So die Musick gerhümet würd Titel entspricht 1. Vers(1568)

1
So die Musick gerhümet würd,
2
Vmb jhr lieblicheyt, die sie fürt,
3
Daß sie die Menschen machet gütig,
4
Fein freündtlich, sittig vnd demüttig,
5
Vnd die gemütter so erregt,
6
Gleich wie ein süsse red bewegt,
7
Vnd macht die wilden hertzen mildt,
8
Den zorn vnd all vnwillen stillt,
9
Vnd dis als durch jr süßigkeyt,
10
So wird zwar nicht vnbillich heüt
11
Die Lauten also hoch erhebt,
12
Weil sie am meysten drinnen lebt,
13
Vnd schwebt in lauter freud vnd wunn,
14
Das, gleich wie von der Mertzen sunn
15
All Laub vnd graß, all Bäum auff Erden,
16
Ja auch die leüt erquicket werden,
17
Also so bald jr lieblich gthön
18
Die gmüter mercken vnd verstehn,
19
So würd bey jn erreget gleich
20
Jhr art, vnd was ist Thugentreich,
21
Was in jn mütig ist vnd gut,
22
Von jhrem klang sich fürher thut.
23
Dann vnder allem Seitenspiel
24
Ist miltigkeyt jhr zweck vnd ziel,
25
Geht sittig vnd in aller still,
26
Tracht nicht, wie sie die ohren füll
27
Vnd leut erdäub, wie manchs gesang,
28
Wie Zincken vnd Posaunenklang,
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Wie wasserbrausen vnd die Mülen,
30
Wie der Wölff wülen in den hülen,
31
Da man nicht höret vor gethümmel,
32
Ob es auch donner in dem himmel,
33
Da man entrütt, entschütt das hirn,
34
Spert augen auff vnd runtzelt stirn.
35
Nein, solche Thaubsucht sie nicht bringt;
36
Danns nicht allein den ohren klingt,
37
Sonder dem hertzen vnd gemüt,
38
Welchs sie begütigt mit dem Lied.
39
Sie hilfft auch nicht zur grewlicheit,
40
Zu blut vergiessen, krieg vnd leid,
41
Wie feldtgeschrey, Trummeten, Trummen,
42
Darbey die leut vmbs leben kummen,
43
Da die leüt doben, zittern sehr,
44
Oder werden zornwägig mehr,
45
Da rasend würd beyd Roß vnd mann,
46
Die man vor zorn nicht halten kan.
47
Wie solt sie solch vnmenschlichheyt
48
Vorsetzen jhrer freündtlichkeyt,
49
Darmit sie doch das wüten lindert,
50
Ja die vnsinnigkeit gar mindert?
51
So ist sie auch nit vngestümm,
52
Vnd bringt nicht forcht, sorg oder grimm,
53
Erschreckt die leüt nicht in dem feld,
54
Beyd hirt vnd herd, beyd wild vnd wäld,
55
Gleich wie das Panisch grewel horn,
56
Welchs grausen einjagt vnd den zorn.
57
Nein, also grewlich ist sie nit,
58
Sonder mit allem halt sie frid;
59
Sie tracht mehr, all ding zuerfrewen,
60
Gleich wie der lieblich frische Meyen,
61
Dann das sie alles scheuch vnd hinder,
62
Vnd die wäld öd stell wie der Winter.
63
Dann dises hieß sonst sehr beschamen
64
Ihr löblich vnd lieblichen Namen,
65
Welchen man zu gemeinlich gibt
66
Der Musa, die sie treibt vnd übt,
67
Die man nent Ehrenfreuderinn,
68
Weils in Ehren erfrewt die sinn.
69
Wie solt sie dann dahin gerhaten,
70
Das sie verändert nam vnd thaten,
71
Hülff Diana der Jägerinn,
72
Das wild verfolgen wie ein spinn?
73
Welchs sich nicht vndersteht zuwehren,
74
Wie Löwen, Wölff, wild schwein vnd Beren,
75
Sonder gedenckt, sich zu verschlieffen,
76
Wann es das Jägerhorn hört büffen,
77
Wolt gern dem zorn des menschen weichen,
78
Wann es erhört das greüwel zeichen,
79
Das Menschen vnd das Hundsgeheül,
80
Aber kein heil ist in der eil;
81
Sonder da ist man nicht gesättigt,
82
Bitz man es todtschlächt vnd beschädigt.
83
Was ist das für ein wilder schall,
84
Den man doch rhümbt vor andern all,
85
Vnd findet platz an Höfen viel?
86
Ist das ein lieblich Musickspiel,
87
Vor welchem sich die Thier verstecken,
88
Das Viech beym Hirten muß erschrecken,
89
Vnd wütten machet leut vnd hund,
90
Nur das man speiß den schlund vnd mundt?
91
Da sonst im ghör steht der Musick thun,
92
So hat jhr bauch die Ohren nun.
93
Ist das nicht eitel Neid vnd Leyd?
94
Wa ist da Miltigkeyt vnd Frewd,
95
Die vns dann sein soll angeboren?
96
Wa ist die lieblichkeyt der Ohren?
97
Da hört man nichts dann grewlich blasen,
98
Als ob die Wind het außgelassen
99
Der Aeolus auß jhrem sack,
100
Die in ein gruben fallen strack,
101
Vnd machen stimmen allerley,
102
Gleich wie das Heckelbergisch gschrey.
103
Da schreyt, da rufft man, jauchtzt vnd flucht,
104
Da büfft, da blaßt man, wann man sucht,
105
Da heülen, bellen hund darzwischen:
106
Das heyßt die stimmen wüst vermischen.
107
Wie kan eim sittigen gemüt
108
Gefallen, das man also wüt?
109
Dargegen seh die Lauten an,
110
Würd man das widerspiel verstahn,
111
Das, obschon jhr holtz, leib vnd zeug
112
Im wald erzogen ist vnd gzweigt,
113
So denckt sie doch nicht meh hinauß
114
In wilden wald, jhrs Vatters hauß,
115
Wann sie einmahl ist abgehawen
116
Vnd so gewelbt vnd schön erbawen
117
Zu einem zarten Musickspiel.
118
Sie laßt dem wild dieselbig hül,
119
Vnd Faunis, disen wald gespensten,
120
Vnd bleibt sie rhüwig bey den menschen
121
Zu jhrem brauch in jhren häüsern,
122
Thut sich der Wilden art gar eüssern,
123
Tröst leuth darfür in jhrem leyd,
124
Weil vnglück sie am meisten reut,
125
Vnd stelt zu frieden süß die hertzen,
126
Vnd macht vergessen jhren schmertzen.
127
Derhalben meinen jhren viel,
128
Das gmeinlich alle Seitenspiel
129
Drumb wie ein Hertz formieret seyen,
130
Weil sie das Hertz am meisten frewen.
131
Ja wer wol halber ist getödt,
132
Den richtet sie auff also blöd;
133
Drumb ist von Orpheo erdacht,
134
Das er fein frauw hab widerbracht
135
Durch dises Spiel auß Todsgefahr.
136
Nun ist von seinem Handspiel klar,
137
Das es ist von der Schneck entstanden,
138
Welchs man ein Laut nent in vil Landen,
139
Sonst heißts auff Griechisch vnd Latein
140
Ein Schneck, weil es ist gwelbet fein
141
Vnd weil der erst, der sie erfand,
142
Seyten vber ein Schnecken spant.
143
Daher von jhr noch kommen viel
144
All andre gwelbte Seytenspiel;
145
Aber jr keins behalt den Namen
146
Vnd bzeugt den vrsprung vnd den stammen
147
Gleich wie die Laut, die man allein
148
Ein Schneckenhauß nent zu Latein.
149
Darumb so sollen billich sie
150
All Seitenspiel hoch halten hie,
151
Vnd sie wie jhre Mutter ehren,
152
Sich nach jhr kehren, von jr lehren,
153
Vnd gegen jhr sich recht erzeigen,
154
Als jhrer Oberstin sich neigen,
155
Weil sie in Kunst vnd lieblichkeit
156
Jr kinder vbertriffet weit.
157
Drumb hat sie als der gröste schatz
158
Bey den Musis den höchsten platz,
159
Da Diana, die Hätzerinn,
160
Nicht nemmen darff in jhren sinn,
161
Das sie solt zu den Musis gohn
162
Auff Parnassum vnd Cytheron
163
Mit den Hundskuppeln, stricken, winden,
164
Als wolt den Cerberum sie binden,
165
Denn sie da kein Acteon find,
166
Den sie mach blind vnd wild gesindt,
167
Aber sie mögen bey jn leiden
168
Die weisen Götten vnd gescheiden
169
Apollinem vnd Palladem,
170
Die seind den Musis angenem,
171
Weil sie fein still sich jn vergleichen
172
Vnd leüt zur Klugheit auch erweichen
173
(dann ein still hertz bald Weißheyt faßt,
174
Ein wildes sie verstoßt vnd haßt),
175
Wenden dem Menschen alls zu nutz,
176
Lassen dem Wild sein art vnd trutz,
177
Machen nit, das es vester wüt,
178
Jagen es nicht auß seim gebiet,
179
Auß wälden auff das Ackerfeldt,
180
Da es dem volck meh schad ansteltt.
181
Ach solche vnbarmhertzigkeit
182
Ist von jn vnd der Lauten weyt;
183
Dann dises Künstlich gwelbte hauß
184
Hat solch anmutung vberauß,
185
Das, sos bekompt ein Orpheum,
186
Ein Amphion, so weiß darumb,
187
So gsellen sich zu jhr die Thier,
188
Vergessen jhrer wildnuß schier,
189
Verwundern sich, was in jhr leb,
190
Das jr rund bauch solch stimmen geb,
191
Daß die halb himmelsründ vnd Sphär
192
Die himmlisch Concordantz erklär,
193
Das ein gewelb von holtz gebogen,
194
Mit todten därmen nur bezogen,
195
Vnd auff ein höltzen thach gespant
196
Soll klingen, singen allerhandt.
197
Wie solt sich dann nicht drab entsetzen
198
Der mensch, vnd sie gantz Himlisch schätzen,
199
Weil sie entspringt von solchen leüten,
200
Die Götter heissen bey den Heyden,
201
Weil er kan höhers dran verstohn,
202
Vnd nicht allein den blossen thon,
203
Sonder das Künstlich zsammen stimmen
204
Von jhr vollkommenheyt zurhümen?
205
Derhalben seind der Lauten goben
206
Für andre Handspiel hoch zuloben;
207
Daher sie dann jr Namen preißt,
208
Der zu Latein vom loben heißt.
209
Von Laude kompt beyd lob vnd Laut
210
Vnd lied, wer den vrsprung beschawt,
211
Welchen Namen sie täglich ziert,
212
Vnd von jr noch erhalten würd.
213
Wie man dan sicht zu vnser zeit,
214
Wie sie gestiegen ist so weit,
215
Das sie nun alle stimmen gibt,
216
Die auch ein Mensch, so dMusick übt,
217
Das bey jhr all die Thön erklingen,
218
So die Musici mögen singen,
219
Erlangt so viel mit Künstlich griffen,
220
Als selbst die leüt mit jhrem rüffen,
221
Vnd ist drinn so volkommen gar,
222
Vnd gibts so sauber, rein vnd klar,
223
Das, wa wir selbs nit menschen weren,
224
Die gern einander selber hören,
225
So solten wir schier selbst erkennen,
226
Das, wa sie die wort köndt ernennen,
227
So solt sies vns zuthun gewiß,
228
Dan sie auch hat von Menschen diß;
229
Drumb ist jhr hochheyt, Ehr vnd zier
230
Des Menschen Ehr, ders bracht herfür.
231
Auch wann heüt wider möchten leben
232
Die ersten, die es an han geben,
233
So solten sie jrn eignen fund
234
Nicht meh erkennen nun zur stund,
235
Dieweil es heüt nichts hat zudeiten
236
Mit dreyen oder vieren seyten;
237
Sonder es würd gehöret heut
238
Der Musick gantz einhälligkeit
239
Mit sechs vnd acht vnd meher stimmen,
240
Wies die neun Musas möcht gezimmen.
241
Sie bringt mit einem griff zuwegen
242
So viel, als sieben Menschen mögen;
243
Muteten stück bey jhr erklingen,
244
Wie die ein menschlich stimm möcht singen,
245
Erstatt so vil als siben Geigen
246
Oder vil Pfeiffen möchten zeigen;
247
Dann so vil stimmen, so vil bindt.
248
Auch so regiert sie nicht der windt,
249
Der vngwiß blast gleich wie die Pfeiffen,
250
Sonder ein Künstlich hand zugreiffen.
251
Sie macht nicht schwach den Athem sincken,
252
Gleich wie Trummeten oder Zincken,
253
Sonder ein gläychig gänge handt
254
Als in keim spiel, wie es würd gnant,
255
Vnd machet also fein geringer
256
Zu andern spielen auch die finger.
257
Derhalben ziert dis Instrument
258
Wol Palladis Jungfräwlich händt,
259
Dann sie von dem nicht klagen mag,
260
Das es jr Roten Mund verschlag,
261
Wie etwann jhro von deßwegen
262
Die Pfeiffen waren sehr entgegen;
263
Dann da sie auff ein zeit bekam
264
Ein Pfeiff, vnd für den mund die nam,
265
Auff daß sie sich darauff auch übt,
266
Wie sie dann Musick sehr beliebt
267
(dann weise leüt, wie sie dann was,
268
Tragen zur Musick keinen haß).
269
Als aber sie kam in das feld,
270
Sich zu eim klaren brünlein stelt,
271
Würd sie jhrs andtlitz drinn gewar,
272
Wie das es sey entstellet gar,
273
Jr augen nicht, wie sich gezimpt,
274
Ihr schöner mund auch fast gekrümpt,
275
Vnd jhr Naßlöchlein zu weit offen,
276
Ihr wänglein zu hoch auffgeloffen,
277
Vnd mit röte zu viel vermischt,
278
Empfand sich auch eng vmb die brüst,
279
Da rüfft sie: »O du falsche Pfeiff,
280
An dir ich mich nicht meh vergreiff,
281
Weil du die schönen leüt verstellst
282
Vnd einem das gesicht verfählschst.
283
Verfluchet seyst du jmmerdar,
284
Daß dich keyn schönes bild erfahr,
285
Kein Jungfrawhänd dich nicht berür,
286
Weil du bist gar zuwider jhr,
287
Wilt sie beschamen vnd entstellen
288
Gen jrem bulen vnd gesellen,
289
Wann sie gedenckt jn zuerfrewen
290
Am Reyen in dem grünen Meyen.
291
O fliecht sie weit, jhr schöne leut,
292
Dann sie durch süßigkeyt bestreit
293
All ewre schöne, die jr habt,
294
Darmit Natur eüch hat begabt,
295
Vnd macht eüch häßlich, vngestalt,
296
Die warlich niemand hie gefalt.
297
Dan von dem hassen kompt je häßlich
298
Vnd sicht bey Thiern vnd Menschen gräßlich;
299
Aber die schöne ist ein schein,
300
Den jederman halt werd vnd rein.
301
Dis neydig stück macht nun bekandt,
302
Das dich der häßlich Pan erfand,
303
Der auch das Jägerhorn angab,
304
Auff das das Wild ein vnrhuw hab,
305
Vnd lehrt den Vogler pfeiffen fügen,
306
Darmit die Vögel zubetriegen,
307
Zulocken jn durch falsch gesang,
308
Bitz das ers bring in zwang vnd strang:
309
Als dann würgt er sie auff der stätt,
310
Welchs er jn vor nicht gpfiffen hett
311
Also gewänen sich die leüt
312
Bey zeiten zu der grewlichkeyt.
313
Ach wie ein schandtlich tödtlich lied,
314
Welchs mord, betrug weißt dem gemüt,
315
Mißbraucht die friedlich Musickfreud
316
Zu wüterey vnd grewlichkeyt.
317
Derhalben hab ich vrsach gnug,
318
Hinweg zuwerffen den betrug,
319
Dich arge Pfeiff, die mich verstelt;
320
Zu dem mir auch den mund verhält,
321
Das ich zu dir nicht singen soll,
322
Wann du schon lautest etwas wol,
323
Gleich wie ich dann mag singen sunst
324
Zu anderm Spiel vnd Seytenkunst.
325
Daher erhielt auch zwar den sieg
326
Apollo in dem Musickkrieg
327
Wider Marsyam, den er schundt,
328
Dieweil er nichts dann pfeiffen kundt,
329
Vnd wolt dasselb vorsetzen auch
330
Dem allerschönsten Seitenbrauch.
331
Aber die Pfeiff macht solche köpff
332
Vnd solch Cyclopisch grob geschöpff;
333
Dann Pfeiffer, sagt man, geben geyffer,
334
Vnd Trummenschläger geben säuffer.«
335
Hiermit warff sie die Pfeiff daruon
336
Vnd trat mit füssen sie zu hon,
337
Welchs sie doch lang nicht het gethon
338
Der Lauten, aller spiel ein kron,
339
Weil sie nicht kondt von jhren melden,
340
Das sie kondt an der Pfeiffen schelten.
341
Drumb hat sie den Athenern allen
342
Ein lange zeit nicht wöllen gfallen,
343
Vnd meynten, das kein Adlich mann
344
Mit Pfeiffen solt zuschaffen han,
345
Sonder nur knecht vnd bäwrisch leüt,
346
Welchs ich doch nicht schreib auß eim Neid,
347
Den ich trieg zu dem Pfeiffenspiel,
348
Sonder ich meld, was ihren viel
349
Etwan daruon gehalten haben,
350
Auff das ich zeig der Lauten gaben.
351
Dann ich kan je erachten wol,
352
Das auch die Pfeiffen nun zumol
353
In kunstlichkeyt hab zugenommen,
354
Darzu die Alten nicht seind kommen,
355
Vnd kompt von jhr die Orgel her,
356
Welche dann ist zurhümen sehr.
357
Auch weil all musickspiel allhie
358
Seind eins in einer Harmony,
359
So will ich sie nicht trennen zwar,
360
Sonder viel meh vereinbarn gar.
361
Doch sicht man hie, wie allezeit,
362
Beyd bey den Alten vnd noch heüt,
363
Die Laut vor andern ghabt den rum,
364
Weil sie ist ein begriff vnd summ
365
Vnd einhalt aller art vnd kunst,
366
So alle Seitenspiel han sunst.
367
Gleich wann ein Maaler hochbeschreyt,
368
Der anlegt all sein gschicklichkeyt
369
An ein gemähl, so vil jm müglich,
370
Auff das man darauß vrtheil füglich
371
Sein sinnreich kunst vnd sein verstand,
372
Wie groß die in jm sey zur hand;
373
Also han hie die Musae all
374
Allen Künstlichen thon vnd schall,
375
Der zuerreichen müglich war
376
Auff allen Instrumenten gar,
377
In dise gwelbte Kirch vnd schneck
378
Der Lauten begabt vnd gesteckt
379
(gleich wie all kunst auch auff der Pfeiffen
380
Die Orgel mag in sich begreiffen.)
381
Auch han sies also zugerüst,
382
Das sie nicht vngemachlich ist
383
Wie Instrument, die blaßbälg brauchen,
384
Darmit ein wind sie hinein hauchen,
385
Sonder zutragen angenem
386
Vnd sehr des menschen Leib bequem;
387
Ist von gebäw nicht wichtig, schwer,
388
Sonder sehr lüfftig, leicht vnd lär,
389
Gleich wie der Himmel vnd der lufft –
390
Nicht schwer ist, wie der Erden klufft.
391
Daher dann ist die gmeine sag,
392
Das sie den Namen Liuto trag
393
Bein Welschen von der leichte nur,
394
Weil sie von holtz ist leicht vnd pur.
395
So machten sie die Musae auch
396
Nicht gar hellschreyend, hart vnd rauch,
397
Sonder mit fleiß wol temperiert,
398
Die süßigkeyt mit kunst geziert,
399
Also das, wa die Künstlich art
400
Zur lieblichkeyt würd vereinbart
401
(wie solches dann geschehen soll),
402
So ist zwar nicht zufinden wol
403
Ein Musickspiel, welchs meh bewegt
404
Zur Thugendt, vnd all zucht erregt,
405
Gleich wie das schöne Lautengwelb,
406
Fürnemlich so man braucht dasselb
407
Zu Künstlich stücken vnd muteten,
408
Zu nutzlich gdichten von Poeten,
409
Zu Psalmen, so heüt seind im gang,
410
Zu Erbarm lied, zu guttem gsang;
411
Dann Schandparkeit, vngfläterey
412
Ferr von dem reinen spiel hie sey.
413
Alsdann würd durch diß Musickwunder
414
Das hertz zu guttem frisch vnd mundter,
415
Macht milte sitten vnd geberden.
416
Wie sonst von andern spielen werden
417
Die leüt gantz forchtsam, zornig, wild,
418
So würd die forcht hierinn gestilt,
419
Erweckt zu lauter freüdigkeyt,
420
Zu freündtschafft vnd standmüttigkeyt,
421
Zu schönen gdancken, süsser Red,
422
In sonderheyt so man auch thet,
423
Gleich wie die Alten allesammen,
424
Die jhr zu hülff mit worten kamen,
425
Vnd sungen drein ein dapffer gschicht
426
Oder ein nutzlich Lehr gedicht,
427
Darmit der Mensch mit süssem klang
428
Nutz schöpffet auß der wort gesang.
429
Dann also muß man es vermängen,
430
Den klang mit worten vnd gesängen,
431
Auff das eins helff dem andern fein,
432
Vnd gang den leüten süsser ein.
433
Zu dem würd durch die klingend Seyt
434
Die Menschlich stimm süß zubereyt,
435
Vnd zu der lieblichkeyt gefürht,
436
Die sonst zu hoch schreyt vnd toniert.
437
Sie macht nicht Närrisch vnd leichtfärtig,
438
Vnhöflich, bäwrisch vnd vnärtig
439
Wie die Sackpfeiffen vnd Schalmeyen,
440
Die sehr vil Midasköpff erfrewen.
441
Sie leyrt auch nicht auff eim Tenor,
442
Wie Midas rohr vnd Eselsohr,
443
Ist nicht vnkünstlich wie die Trumm,
444
Macht nicht die leüt doll, dumm vnd stumm
445
Gleich wie die Hörner vnd die Schellen,
446
Welche die Bachischen Macrellen
447
Bewegten, daß sie gar ermördten
448
Den Orpheum, den Kunstgelehrten.
449
Sie macht nicht weinen, wie man schreibt,
450
Daß das Syrenisch gsang solchs treibt.
451
Sie macht nicht hart, macht nicht zu zart,
452
Sonder das mittel sie bewart,
453
Welches dann ist ein sonder krafft,
454
Die in jr die groß Kunst verschafft,
455
Auff welche man am meisten acht,
456
Vnd jhr ein solch ansehen macht.
457
Dann wie man in der gmalten gschicht
458
Nicht oben an die farb besicht,
459
Sonder das wesen, thun vnd stellen,
460
Welches man thut für höher zehlen;
461
Also auch mit dem Lautenspiel
462
Betracht man nicht den klang so viel
463
Als selbst die künstlich Melodey,
464
Die arttlich Concordantz darbey,
465
Der stimmen schön einhälligkeyt,
466
Die ein erinnern jeder zeyt
467
Der gantzen Musick lieblichkeyt,
468
Des Texts, so darzu ist bereyt.
469
Dann darumb ist der Text bedacht,
470
Das er werd btracht vnd drein gebracht.
471
Daher so find man für gewiß,
472
Das die Gmahl Agamemnonis,
473
Clytemnestra, die Königinn,
474
Keüsch blieben sey on argen sinn,
475
Allweil sie täglich schlagen hört
476
Den Musicum, den jhrn verehrt
477
Ihr Mann, der König, da er schifft
478
In Krieg, von Helena gestifft.
479
Welchs, da es merckt der Ehrendieb,
480
Welcher sie het vnzimlich lieb,
481
Aegysthus, das er nicht vermocht,
482
Zu fall sie bringen, wie er gdocht,
483
Er richt dann vor den Spielmann hin,
484
Da hat er baldt ermördet jn.
485
Darnach da fand er platz vnd fug,
486
Sein arger lieb zu thun genug,
487
Weil sie denselben hett verloren
488
Der jhr vor bösem stopfft die ohren,
489
Fült die mit reinem klang vnd gsang,
490
Das arg red kein zugang erlang,
491
Halff jhr durch Künstlich Seiten schlagen
492
Vngreine gdancken zu verjagen,
493
Erinnert sie durch nutzlich gsäng,
494
Daß sie der bgird den zaum nicht häng.
495
Hierauß so ligt je häll am tag,
496
Was für ein krafft die Laut vermag,
497
Wann sie ein rechten Meister kriegt,
498
Der sie zu ehren braucht vnd fügt,
499
Nemlich das sie kan Thugend lehren,
500
Vnd von bösen gelüsten kehren.
501
Derhalben wann man auch vorzeiten
502
Gab die gesatz den wilden leüthen,
503
Mußt man sie zu dem Seitenspiel
504
Gar arttlich singen dick vnd viel,
505
Auff daß sies mit dem süssen klingen
506
In die wilden gemüter bringen.
507
Daher dann die Poeten sagen,
508
Das durch das künstlich Lautenschlagen
509
Die stätt gebawen seyen worden
510
Vnd gbracht zu Zünfften vnd in Orden,
511
Dieweil das volck, wonhafft in wälden,
512
Verstreyt in hütten vnd in zelten,
513
Dardurch beredt sein in die stätt,
514
Viel eh dann durch des Menschen red,
515
Welchs man nicht find beschriben stehn
516
Von keinem Instrument, wie schön,
517
Als nur von des Amphionis,
518
Des Orphei vnd Arionis,
519
Deren Handspiel mann Lyram nent,
520
Weil Mercurius diß Instrument
521
Apollini zur vergeltung gab,
522
Da er jm schenckt vieh, gut vnd hab;
523
Dann Lytra ein vergeltung heißt,
524
Wie solchs die Griechisch sprach außweißt.
525
Daruor hieß es ein Schneck allein,
526
Wie noch die Laut heißt zu Latein,
527
Sonst hat mans ein Cythar genent,
528
Aber es dient als auff ein end;
529
Dann Chelys, welchs heyßt Schneck vnd Gwelb
530
Vnd Laut, wie wir nennen dasselb,
531
Begreifft in sich all dise Namen,
532
Dann sie kommen von jhr allsammen.
533
Auch ist keim Musickspiel sonst mehr
534
Geschehen solche himlisch ehr,
535
Wie des Orphei Lytra geschicht,
536
Die man noch an dem Himmel sicht.
537
Dann nach dem Orpheus was ermördt,
538
Da ward sein Seitenspiel verehrt
539
Vnd vnder die sternen erhebt,
540
Da sie zur gdächtnüß ewig lebt,
541
Zuzeigen an, das dise kunst
542
Von niemand sey herkommen sunst
543
Dann von Himmlischer güt von oben,
544
Daher dann kommen gutte goben,
545
Vnd das gewißlich Gott dieselben,
546
Die erstlich mit den Seytengwelben
547
Vmbgangen seind, regieret hab
548
Vnd jhre händ gfürt auff vnd ab,
549
Wie man dann solchs noch täglich spürt,
550
Wie hoch die kunst Gott fürt vnd ziert;
551
Sonst wers on Göttlich gnad vnmüglich,
552
Sie also hoch zubringen füglich.
553
Vnd was mach ich es dann so lang,
554
Zuloben den Himmlischen klang,
555
So jede Edel Creatur
556
Vnd gut fürtreffliche Natur
557
Darab hat ein natürlich freud
558
Vnd lust darzu vnd änlichkeit.
559
Derhalb, daß man mirs nicht verkehr,
560
Als ob ich die natur hie lehr,
561
So will ichs kurtzlich nun beschliessen,
562
Vnd sie zur letz auch freündtlich grüssen,
563
Gleich wie sie grüßt Homerus dann,
564
Da er zu jr fängt also an:
565
»wie soll ich dich nicht billich grüssen,
566
Du Lautenkunst? du würst gepriesen
567
Für alle andre Seitenspiel,
568
Da du erreichst das höchste ziel,
569
Der Himmelssphären Concordantz,
570
Wann sie gehn in einander gantz.
571
Du bist volkommen vnder allen,
572
Drumb hast Apollini gefallen.
573
Die Götter dich erfunden gar,
574
Vnd lautst noch Göttlich jmmerdar.
575
Wie hast du sie doch nur erfrewt,
576
Da man schlug auff der ersten feyt!
577
Der Nectar vnd der himmeltranck,
578
War jn so süß nicht als dein klanck!«
579
Du lieb der Götter vnd der leut
580
Vertringest leid vnd bringest freud;
581
Du bist ein Ehrenfreuderinn,
582
Erquickest hertz, gemüt vnd sinn;
583
Kein Mensch sich nimmer nicht bekümmer
584
Bey disem süssen Seyten zimmer.
585
Glückselig seind dieselben Corden,
586
Die auff dich seind gezogen worden,
587
Dann jetzund bringst du sie zu ehren,
588
Das sie die leüt die Musick lehren.
589
Du allerkünstlichst Musickzeüg,
590
Dein lob ich nicht genug ersteig,
591
Dann offt vor lieb vnd süßigkeit
592
Kann man außsprechen nicht die frewd.
593
Köndt ich dein lob so hoch auch singen,
594
So hoch du vns magst freuden bringen,
595
So braucht ich alle meine künst,
596
Dann du es vmb vns wol verdienst.
597
Aber es ist genug gelobt,
598
Was Gott hie ehret vnd begobt.
599
Du schöne halbe runde Welt,
600
Wer ist, dem nicht dein baw gefält?
601
Dann je des leibs fürnemste stück
602
Am menschen seind auch rund geschickt;
603
Daher der Mensch heißt die klein welt,
604
Weil er die groß Welt in sich hält.
605
Also begreiffst, wiewol on sterck,
606
Der gantzen Welt schön Musickwerck,
607
Die stimmen auch vom Firmament
608
Seind in deim kleinen werck vollendt.
609
O du holdselig Lautenspiel
610
Bist wie Sibylle kirch vnd hül,
611
Darauß die weissagung erthönen;
612
Drumb soll dich niemandt nicht verhönen,
613
Dieweil du heylig bist geacht,
614
Weil dich Apollo hat gemacht
615
Vnd etwas geben seiner krafft
616
Vnd in sein Tempel dich gehafft,
617
Nemlich zun sternen an den Himmel,
618
Da dich verzehrt kein rost noch schimmel.
619
Deine Bawmeister Götter waren,
620
Vnd machest auch, wie wir erfahren,
621
Göttlich gedancken vnd gemüt,
622
Darumb man dir groß ehr erbiet.
623
Ach, wa vermag doch dis das gold,
624
Dem man doch ist so gfär vnd hold,
625
On das es gar verwirt die hertzen,
626
Das drüber sie jr ehr verschertzen?
627
Aber du, zartes holtz, bringst leben,
628
Derhalben will ich dich erheben,
629
Dich vorsetzen dem Edelgstein,
630
Dem bleichen gelben falschen schein.
631
Dich Edel holtz, so vngerüst,
632
Welchs in dem wald erzogen bist,
633
Will ich abhawen vor all dingen;
634
Ich kan dich baß zu ehren bringen,
635
Wann ich dich trag mit mir zuhauß,
636
Dann so blibst in der wildnuß drauß.
637
Wann ich dich mit eim runden bauch
638
Formier vnd mit eim kragen auch,
639
Vnd auff dem Tach bezieh mit seyten,
640
Vnd last dich meine finger leyten,
641
So würst du zam, lieb, mild vnd zart
642
Vnd verlierst deine wilde art.
643
Wiewol du schon bist abgehawen,
644
Kan doch dein Todt vil meh erbawen,
645
Dann wann du stündst auff deinem stammen,
646
Lebst vnbekand vnd on ein namen.
647
Dan wem bist nutz drauß in dem wald,
648
Da nur der brausend wind erschalt?
649
Ists nicht vil besser, das man dich
650
Zu frewden brauch fein sicherlich,
651
Dann daß man auß deim zarten holtz
652
Mach schädlich pfeyl vnd einen boltz,
653
Vnd brauch dich dann zur grewlichkeyt,
654
Welchs mir für dich wer hertzlich leid,
655
Daß du genetzet würst im blut,
656
So jetz dein klang vil bessers thut,
657
Vnd würdst nun lautprecht vberal,
658
Erklingst nun in des Königssaal?
659
Wie manches zartes Frawenbild
660
Erfrewst du, so sie auff dir spielt,
661
Darmit es argen gdancken wehrt,
662
Die Ohren von böß reden kehrt.
663
Ja selbst der Fürst vnd der Regent
664
Nemmen dich in jhr fürstlich händt,
665
Auff das sie sich mit dir erquicken,
666
Darnach zum ernst sich besser schicken.
667
Offt nimpt dich der Achilles auch,
668
Daß seine streitbar hand dich brauch,
669
Erlabst jn mehr, dann all die beut,
670
Die er möcht bringen auß dem streit;
671
Vnd da er het im Raub die wal,
672
Nam er dich doch für als zumal,
673
Hielts gold für vnnütz vnd für schertz.
674
O wie ein Rechtes Musickhertz,
675
Ein schöne that von einem Helden,
676
Von welcher man würd ewig melden!
677
Der laßt vns folgen vnd nachtrachten,
678
Vnd ander Närrisch volck verachten,
679
Dem nur das kot vnd wust der Welt
680
Für alle andre künst gefält,
681
Vnd laßt den geitzwanst sich vernarren
682
Am klang des golds vnd dran verstarren,
683
So sicht man dann die Eselsohren,
684
Den reichen Midis angeboren,
685
Die nur erquickt viel Thaler stellen,
686
Dann Narren hören doch gern schellen.
687
Laßt die Centauros lust auch haben,
688
Wann die pferd schreien, dumlen, traben,
689
Die bauren, wann die hüner gachsen,
690
So sie die Eyer hören wachsen.
691
Oder wann villeicht Muwt die kuh,
692
Der Ochs brelt vnd bläht Geyß darzu,
693
Wann Dauben mit den flügeln klepffen,
694
Da laßt sie jre Lusigk schöpffen,
695
Oder wann etwan geigt der karren,
696
So sie mit höw vnd mist ausfahren,
697
Oder des treschen seind gar fro:
698
In bawren ghört doch haberstro
699
Deßgleichen laßt auch in die Mül
700
Sein jhr hochlautend Lautenspiel;
701
Dann (spricht man) hoffmann hört gern hiha,
702
Der Müller gern des Esels ja,
703
Vnd Seitenspiel ghört nicht in dMül.
704
Das ist, das sie nicht ghöret vil
705
Bey dollen schlamp zu vollen brüdern,
706
Zu jhrem jauchtzen, truncknen liedern,
707
Dann (sagt man) von Biertranck vnd Wein
708
Sollen nicht naß die Seyten sein,
709
Sie werden sonst nicht meh erklingen,
710
Dann volle faß keyn thon meh bringen.
711
Laßt Jägern auch jr hundsgeheül,
712
Bitz sie auch heülen mit der weil.
713
Laßt Landtsknecht vmb die Trummen schantzen,
714
Hewschrecken nur den Sommer dantzen,
715
Vnd laßt den fraaß sein Busick enden,
716
Wann er den Bratspiß höret wenden,
717
Vnd ein die träppen fallen ein,
718
Vnd schencken ein beyd bier vnd wein,
719
Vnd kannen klopffen, glässer brechen:
720
Der thon würd sich wol an jn rechen,
721
Vnd jhn zerstören leib vnd seel.
722
Derhalben niemand nicht erwehl
723
Den thauben schall der Midasgschöpff
724
Vnd diser groben Eselsköpff,
725
Die gar der geitz macht hie zu Thoren,
726
Vnd ist Syrenisch gsang den Ohren,
727
Das die begird sie so verfürt,
728
Das sinn vnd hertz drinn wird verwürt.
729
Dich aber, süssen Seitenklang,
730
Den ich auß deim gewelb empfang,
731
Wöllen wir, die die Musas ehren
732
Vnd Sittlichkeyt bgeren zulehren,
733
Für allen andern knall vnd schall
734
In würden halten vberal.
735
Du solt vns einen Artz verwesen,
736
Der leid vnd kranckheit macht vergessen,
737
Soltst sein das kraut vnd Instrument,
738
Welchs dient für Traurwendt vnd Nepenth.
739
Im leid solt du vns bringen freud,
740
In freud deren erinnern beid;
741
Du solt vns vnser geist erwecken,
742
Wann wir ein gutes werck volstrecken,
743
Vnd dein lob wöllen wir verkünden,
744
Allweil den Athem wir empfinden;
745
Dann du bist aller Musick schein,
746
Du gliebst den Göttern nur allein;
747
Dich braucht der Phoebus jeder frist,
748
Wann er vnder den Musis ist.
749
Drumb werden dich die all belieben,
750
Die kunst belieben oder üben,
751
Weil künstliches zusammen ghört,
752
Vnd kunst von dir auch würd gelehrt,
753
Weil du mit deiner lieblichkeyt
754
Erinnerst vns zu jeder zeit
755
Auch der himmlischen süßigkeit,
756
Da dann ist die Recht Musickfreud,
757
Die Lautbar ist in Ewigkeyt,
758
Darzu vns alles dien vnd leyt

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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