An den König von Preussen

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Heinrich von Kleist: An den König von Preussen (1809)

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Was blickst du doch zu Boden schweigend nieder,
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Durch ein Portal siegprangend eingeführt?
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Du wendest dich, begrüßt vom Schall der Lieder,
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Und deine schöne Brust, sie scheint gerührt.
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Blick auf, o Herr! Du kehrst als Sieger wieder,
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Wie hoch auch jener Cäsar triumphiert:
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Ihm ist die Schar der Götter zugefallen,
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Jedoch den Menschen hast du wohlgefallen.

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Du hast ihn treu, den Kampf, als Held getragen,
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Dem du, um nichtgen Ruhms, dich nicht geweiht!
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Du hättest noch, in den Entscheidungstagen,
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Der höchsten Friedensopfer keins gescheut.
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Die schönste Tugend, laß michs kühn dir sagen,
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Hat mit dem Glück des Krieges dich entzweit:
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Du brauchtest Wahrheit weniger zu lieben,
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Und Sieger wärst du auf dem Schlachtfeld blieben.

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Laß denn zerknickt die Saat, von Waffenstürmen,
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Die Hütten laß ein Raub der Flammen sein;
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Du hast die Brust geboten, sie zu schirmen:
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Dem Lethe wollen wir die Asche weihn.
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Und müßt auch selbst noch, auf der Hauptstadt Türmen,
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Der Kampf sich, für das heilge Recht, erneun:
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Sie sind gebaut, o Herr, wie hell sie blinken,
24
Für bessre Güter, in den Staub zu sinken!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Heinrich von Kleist
(17771811)

* 18.10.1777 in Frankfurt (Oder), † 21.11.1811 in Kleiner Wannsee

männlich, geb. von Kleist

Suizid | Schusswunde

deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist

(Aus: Wikidata.org)

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