Andere mögen dich jetzt im steigenden Sommer verlassen

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Ferdinand von Saar: Andere mögen dich jetzt im steigenden Sommer verlassen Titel entspricht 1. Vers(1869)

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Andere mögen dich jetzt im steigenden Sommer verlassen,
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Ich doch bleibe dir treu, strahlendurchfunkelte Stadt.
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Nicht verlangt es mich mehr nach himmelan ragenden Gletschern,
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Nicht nach des nordischen Meers wogenumbraustem Gestad.
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Gern verträum' ich die Tage im Dunstkreis der stilleren Straßen,
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Quälen auch Hitze und Staub, giebt's doch Oasen genug.
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Wohlig schlürft sich am Morgen der Kaffee im Runde des Stadtparks,
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Liebliches Blumenarom mengt der Cigarre sich bei.
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Brennt die Sonne dann heißer, so find' ich schattige Gärten,
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Wo ein erquickliches Buch still und gesammelt man liest.
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Ja, dann nimmst du mich auf, Erschloss'ner vom »Schätzer der Menschheit«,
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In deiner breiten Alleen wipfelumdunkelte Ruh;
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Oder auch du, Belvedere, mit zierlich gehegten Terrassen,
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Still ins Weite hinaus schweift dort der sinnende Blick.
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Traulich empfängt mich Schönbrunn, es winkt mir der gastliche Prater,
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Wo dem dürstenden Mann froh sich der Abend beschließt.
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Sehn' ich mich dennoch nach kühleren Schatten, nach frischeren Lüften,
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Führen auch Schienen und Dampf rasch mich in's Volle hinein;
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Rasch in ein grünes Bereich der herrlichsten Eichen und Buchen –
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Tief in des Wienerwalds quellendurchrieselte Pracht.
21
Mögen doch Andere jetzt dich pilgernd verlassen – ich bleibe:
22
Liegt das Gute so nah', wünsch' ich mir Besseres nicht!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand von Saar
(18331906)

* 30.09.1833 in Wien, † 24.07.1906 in Döbling

männlich

Suizid | Schusswunde

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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