Ihr nur, schattige Gassen und hell beschienene Plätze

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Ferdinand von Saar: Ihr nur, schattige Gassen und hell beschienene Plätze Titel entspricht 1. Vers(1869)

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Ihr nur, schattige Gassen und hell beschienene Plätze
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Tief im Inn'ren der Stadt – ihr seid allein mir noch Wien!
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O wie hebt sich die Brust, nun ich euch wieder betrete,
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Und bei jeglichem Schritt Liebes, Bekanntes mich grüßt!
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Ja, hier pulst noch das Leben! An alten Palästen und Häusern –
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An Sankt Stephan vorbei fluthet und wogt es wie einst.
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Treibend im bunten Gewühl verschärfen sich alle Contraste,
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Und der Einzelne wird
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Typen treten hervor, es waltet die Seele des Volkes,
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Die im Wechsel der Zeit dennoch unsterblich sich weist;
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Waltet im Drang nach Genuß, in gern verweilender Schaulust,
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Welche die Läden umdrängt, während die Stunde entflieht.
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Lieblich entfaltet die Wienerin noch den gepriesenen Zauber,
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Ob im schleppenden Kleid, ob im geschürzten sie geht;
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Mit begehrendem Blick verfolgt sie das männliche Auge,
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Und der geflügelte Gott flattert wie früher umher. –
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Freilich vollzieht sich auch hier stets rascher ein Wandel der Dinge,
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Fast mit jeglichem Jahr schwindet ein Reiz aus dem Bild;
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Aber noch immer behauptet sich Altes inmitten des Neuen,
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Und Vergangenheit träumt still in die Zukunft hinein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand von Saar
(18331906)

* 30.09.1833 in Wien, † 24.07.1906 in Döbling

männlich

Suizid | Schusswunde

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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