Dennoch, wie sehr und wie oft dich mein Auge bewundert, du sprichst mir

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Ferdinand von Saar: Dennoch, wie sehr und wie oft dich mein Auge bewundert, du sprichst mir Titel entspricht 1. Vers(1869)

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Dennoch, wie sehr und wie oft dich mein Auge bewundert, du sprichst mir
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Nicht mehr zum Herzen wie einst, weithin gebreitete Stadt;
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Nicht mehr wie einst, da wallumgürtet du noch mit den alten
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Schwärzlichen Häusern geragt über das grüne Glacis:
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Eng und gedrückt, voll gewundener Gassen und düsterer Winkel –
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Aber es wogte in dir fröhlich ein fröhliches Volk.
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Leicht gesinnt und bewegt, abhold den Mühen des Daseins,
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Lebt' es harmlos dahin, wie ein empfängliches Kind.
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Heute bewegt es sich ernster und weniger laut durch die Straßen,
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Wo sich die Menge nicht staut, sondern zerstreut und verliert.
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Sorgen haben gefurcht die Stirnen der Männer, es blicken
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Schärfer, gewitzter als sonst kühl mich die Jünglinge an;
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Geistiger Ziele Bewußtsein, der Stolz befreiender Arbeit
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Weh'n, gleich fröstelndem Hauch, selbst um die Reize der Frau'n.
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Reicher, beschwingter sind Handel und Wandel, doch fehlt das Behagen,
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Das am Erworbenen sich festen Besitzes erfreut.
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Prunkende Häuser und Plätze gewahr' ich in stummer Verödung –
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Und kein Jubel erschallt mehr aus der menschlichen Brust ...
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Ja, du hast dich verändert, ich fühl' es. Bist du auch schöner,
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Bist du auch größer, als einst – bist du doch nicht mehr mein Wien!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand von Saar
(18331906)

* 30.09.1833 in Wien, † 24.07.1906 in Döbling

männlich

Suizid | Schusswunde

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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