Am öden Schalter sitzest du

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Ferdinand von Saar: Am öden Schalter sitzest du Titel entspricht 1. Vers(1869)

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Am öden Schalter sitzest du
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Bei grellem Lampenscheine;
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Die Federn liegen rings in Ruh' –
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Nur emsig schreibt die deine.

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Und wie ich trete jetzt heran,
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Hebst du die Stirn, die bleiche,
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Und fast erschrocken nimmst du dann
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Den Brief, den ich dir reiche.

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Und rasch umglüht dein Angesicht
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Ein fliegendes Erröthen –
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Doch ist es deines Amtes Pflicht,
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Solch' holde Schaam zu tödten.

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Dennoch, wie du den Schein mir schreibst,
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Seh' ich die Finger beben,
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Und ob du abgewandt mir bleibst,
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Die zarte Brust sich heben.

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Nein, jenen Schwestern gleichst du nicht,
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Die mit verschnitt'nen Haaren
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Und Brillen vor dem Angesicht
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Sich zum Erwerben schaaren.

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Du fühlst, ich ahn' es, tief den Bruch,
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Der sich im Weib vollzogen,
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Und siehst dich mit dem Contobuch
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Um's beste Theil betrogen.

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In dieser harten Tage Lauf
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Gilt Nutzen nur und Nützen –
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Und möge dich beschützen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand von Saar
(18331906)

* 30.09.1833 in Wien, † 24.07.1906 in Döbling

männlich

Suizid | Schusswunde

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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