Sie war ein Weib in vollster Lebensblüthe

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Ferdinand von Saar: Sie war ein Weib in vollster Lebensblüthe Titel entspricht 1. Vers(1869)

1
Sie war ein Weib in vollster Lebensblüthe;
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Nicht ohne Launen ganz und ohne Schwächen –
3
Im Inn'ren aber war sie laut're Güte.

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Sie haßte Redeprunk und Silbenstechen;
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Stumm saß sie meist mit sinnenden Geberden,
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Nur ihre dunklen Augen ließ sie sprechen.

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Versagt geblieben war ihr nichts auf Erden –
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Doch in Erfüllung konnte nie ermatten
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Ihr Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden.

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Nicht zu den Klugen zählte sie und Satten;
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Ich ahnte wohl – doch mocht' ich's nie erfahren,
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Warum sie treulos ward dem jungen Gatten.

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Ich weiß nur, daß mit stillem Offenbaren
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Ihr Mund mich küßte, wie im Widerstreiten –
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Und daß wir Beide fortan glücklich waren.

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O gold'ne Zeit verschwiegner Seligkeiten,
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Die du so reich mir damals angebrochen –
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Laß deinen Wiederschein mein Herz durchgleiten!

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O holde Tage, o verträumte Wochen
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Auf hohem Schloß, in freien Sommerfluren –
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Im Bann der Stadt auch und in ihren Jochen!

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Da schritten wir vereint auf Rosenspuren,
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Da saßen wir genüber uns im Wagen,
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Wenn wir zum Wald – wenn wir zur Oper fuhren!

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O sel'ges Glück, den weichen Shawl zu tragen –
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Dicht hinter sie in Logen mich zu schmiegen
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Und einen Kuß auf weiße Schultern wagen.

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Und dann in hohen Freuden sich zu wiegen,
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Wie sie nur bieten kann verbot'nes Minnen,
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Im Tanz vereint, den weiten Saal durchfliegen!

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Da lernten wir den Augenblick gewinnen
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Und – konnt' uns doch der nächste schon gefährden!
33
Im Augenblick Unmögliches ersinnen.

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Vorbei! Vorbei! Ein Ende mußte werden,
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Und bin ich auch nicht ungestraft geblieben –
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Denn welche Schuld entränne hier auf Erden:

37
So wußt' ich doch, was

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ferdinand von Saar
(18331906)

* 30.09.1833 in Wien, † 24.07.1906 in Döbling

männlich

Suizid | Schusswunde

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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