Constantia! du tief verstecktes Thal

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Constantia! du tief verstecktes Thal Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Constantia! du tief verstecktes Thal,
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Das dunkle Büsche rund umkränzen,
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Erhelle dich, und laß im Mondenstrahl'
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Die weißen Felsenwände glänzen,
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Denn sieh! dein alter Freund ist da,
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Constantia!
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Die halbe Welt durchstrich
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Die Werke der Natur zu schauen;
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Den Preis behielt zuletzt der Genfer See.
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Auch ich sah ihn; doch
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Zog ich dich vor, als ich dich sah,
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Constantia!
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O wie viel lieber hört' ich deinen Bach
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Sanft rieseln, als den Rheinfall toben!
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Und schlugen deine Nachtigallen: ach!
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Weit über Welt und Glück erhoben
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Dünkt' ich Unglücklicher mich da,
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Constantia!
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Mag er berühmt und noch so theuer seyn
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Der Berg, der deinen Namen führet
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Und gibt er gleich den Fürsten süßern Wein,
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Als ganz Germanien gebieret:
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Ich nähme, läg't zur Wahl ihr da,
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Constantia!
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Durch deine Büsche wird zum letztenmal
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Heut Zephyr meine Seufzer wehen.
27
Und künftig wirst du, mein geliebtes Thal,
28
Von mir verlassen, einsam stehen;
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Werd' ich dich wieder schauen? – Ja!
30
Constantia!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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