Die Freude trat in Nero's goldnen Saal

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Die Freude trat in Nero's goldnen Saal Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Die Freude trat in Nero's goldnen Saal
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Zwar nie mit einem Fuß'; sie liebt die kleinen Zimmer
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Der Weisen nur; doch ach! sie wohnt auch da nicht immer:
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Sie kommt und geht, wie Gott es ihr befahl.
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Sie, der es sonst so wohl bei mir gefiel,
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War fort, als ich zurück vom hohen Jura kehrte,
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Und ach! das erste Wort, das ich am Schwelle hörte:
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»dein Sohn ist todt.« – Verstumm', o Saitenspiel! –
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Fast preis' ich, Freund, dich glücklich, daß kein Sohn
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Dir sterben kann, nicht Schmerz dir eine Gattin klagen,
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Den du nicht lindern kannst! Denn ach! seit hundert Tagen
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Seufzt, doch umsonst! nach Lindrung Chloe schon.
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Auch ich bin Mensch, nicht Philosoph allein.
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Wenn sich um uns das Glück und Unglück nicht bekümmert,
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Kein König uns umarmt, kein Liebling hülflos wimmert:
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Wie leicht ist's da, ein weiser Mann zu seyn!
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Ich aber, den im Wrack' der Sand umfleußt,
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Muß sehn, wie ich ans Land auf einem Brette fahre,
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Eh' die Verzweiflung mich, die schon in meine Haare
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Sich klammern will, herab zur Tiefe reißt.
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Wohl mir, daß ich ins Meer entschlossen sprang!
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Gewonnen ist der Strand! das Land indeß ist öde!
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Allein genug, daß mich, im Angesicht' der Rhede,
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Die Welle nicht mit sammt dem Wrack' verschlang.
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Ich fall' am Ufer dankbar auf die Knie,
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Daß der noch Muth mir gibt, ein Leiden zu bestehen,
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Der uns durch Leiden prüft. Wer kann ihn übersehen?
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Und was ist gegen ihn Philosophie?
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Ach! hätt' er nicht jenseit der finstern Gruft
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Des Todes, noch ein Land des längern, bessern Lebens,
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So schnappte wahrlich hier itzt Chloe nicht vergebens,
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Dem Fisch' am Strande gleich, nach seiner Luft.
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So weint' um einen Knaben nicht mein Herz,
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Der seiner Eltern Schatz und aller Menschen Freude
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Schon in der Wiege war; so ständen wir itzt beide,
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Mein trauter

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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