Mir ist so wohl an deinem Strande

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Mir ist so wohl an deinem Strande Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Mir ist so wohl an deinem Strande,
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Wie nie mir noch am Wasser war.
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O hätt' ich dich in meinem Lande,
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Du fesseltest mich immerdar.
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Und immer dich, du schöner Spiegel,
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Aus meinem Fenster anzuschaun,
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Wollt' ich ein Haus auf diesem Hügel,
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Wär's auch nur Eins von Rasen, baun.
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Erhabner sieht das Meer, von Zonen
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Zu Zonen wallend, freilich aus;
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Doch möcht' ich nicht am Meere wohnen,
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Und schenkt' ein Fürst mir dort ein Haus.
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Mich weckte jeder Sturm; ich stünde
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Die Nacht mit wilder Phantasei
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Am Strand', und im Geheul' der Winde
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Hört' ich der Wracke Hülfsgeschrei.
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Und könnte nichts, als um Verschonen
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Den Himmel flehen; retten nicht. –
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Ich mag an keinem Meere wohnen,
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Das Masten wie ein Rohr zerbricht.
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Doch säß' itzt neben mir Amande:
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Wer weiß, ob nach dem Harz zurück
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Ich kehrte! Fischt an deinem Strande
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Der Fischer nur, kein Dichter Glück?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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