In Kassel war ein Elephant

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: In Kassel war ein Elephant Titel entspricht 1. Vers(1788)

1
In Kassel war ein Elephant,
2
Der an Gehalt im Jahr',
3
Gerade gleich mit mir sich stand,
4
Und den ein jeder witzig fand,
5
Weil er ein Säufer war.
6
In
7
Ein größres Schauspielhaus;
8
Das alt' ist beides denn: zu klein
9
Und groß; denn Niemand geht hinein,
10
Und Niemand geht heraus.
11
Ein Thor erbaut der Magistrat
12
In
13
Von Bettlern wird man in der That,
14
Bis auch ein Arbeitshaus der Rath
15
Wird baun, fast umgebracht.
16
Der Dom in
17
Und schön erneut, mein Sohn.
18
Siehst gern Ruinen? Manches Haus
19
Liegt jämmerlich in Schutt und Graus
20
Ein Seculum dort schon!
21
Ein Thor der Festung
22
Zu wissen: daß die Stadt
23
Drei Hundert Jahre nach der Flut,
24
Die einst verschlang der Vorwelt Brut,
25
Das Zeitwort
26
Schreibt das dein Cantor
27
Was? ga-lop-pi-ren? Pfi doch, pfi!
28
So schreibt's der Rath in
29
Mit aller Weltgelehrsamkeit,
30
Mit Witz und mit Geschmack,
31
Bringst du, mein Sohn, es niemals weit;
32
Drum sinne du bei guter Zeit
33
Auf neuen Schnupftobak.
34
Herr
35
Den Mainzern gleich
36
Reichsgrafen gleich hat er gepraßt,
37
Und einen fürstlichen Pallast
38
Erbaut, zu
39
Die Militär-Akademie
40
In
41
Vielleicht der Reise werth, um sie
42
Zu sehn; doch dahin reise nie!
43
Denn Niemand kommt hinein
44
Die Militär-Akademie
45
In
46
So viel du willst, so spat als früh,
47
Und unzufrieden wirst du nie
48
Aus ihr nach Hause gehn
49
Wie, denkst du wohl, daß aus Gefahr
50
Zurück ein Krieger kehrt?
51
Sehr nett frisirt, und nicht ein Haar
52
An der Frisur versehrt.
53
Du weißt, wie schön im Mondenschein'
54
Spatzieren gehen sey.
55
In
56
Begleitet von Laternen seyn
57
Das heiß' ich Polizei!
58
Wer lahm und blind ist, der vertrau'
59
Dem Bad' in
60
Doch keine Adelstolze Frau,
61
Denn die wird nur zu
62
Geheilt von ihrem Staar.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.