Nur frisch, ihr Herrn und Damen! Gleich

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Nur frisch, ihr Herrn und Damen! Gleich Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Nur frisch, ihr Herrn und Damen! Gleich
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Sind wir an unsrer Höhle.
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Seht da! – Nicht wahr, es fährt auch Euch
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Ein Schauer durch die Seele?
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Wohlan! Nehmt Platz! Warum ihr das
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Empfindet, sollt ihr hören.
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Erst aber lasset uns ein Glas,
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Aufs Wohl der Todten, leeren.
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Nun! Sitzt ihr alle? – Hört denn an!
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Nicht lang vor
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Bewohnt' ein wackrer Edelmann,
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Herr Veit von
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Das Haus, woher wir kommen. Doch
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Lag freilich Muskateller,
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Nicht solcher Bleichert, damals noch
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In dieses Hauses Keller.
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Zwei Kinder hatte Veit. Sein Fritz,
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Verlobt mit Fräulein
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Zu
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Gleich hinter diesem Holze,
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Kam oft auf dieser Stelle hier
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Mit seiner Braut zusammen. –
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Doch noch ein Glas! Mir fängt es schier
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Im Gaumen an zu strammen.
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Nun! Eine Tochter hatt' auch Veit,
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Die jung zu einer Muhme
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Nach
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(so hieß sie,) um die Blume
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Der Unschuld, sich, im Augenblick'
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Des Taumels, ließ bethören.
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Sie floh, doch Furcht hielt sie zurück,
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Zum Vater heim zu kehren.
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Aus
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Zum Bruder Fritz ein Bote:
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Sie harre bei der Kelle hier,
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Sein mit dem Morgenrothe.
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Fritz mit des Tages Anbruch fort,
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Und seht: (den Platz umzäunte
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Die Nachwelt,) bei der Eiche dort
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Saß Adelheid und weinte.
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Ob Neugier gleich und Ungeduld
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Im Bruder Fritz sie baten,
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So schwieg sie dennoch; ihre Schuld
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Ließ sie ihn selbst errathen.
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Sie sank für Scham in seinen Arm,
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Und floß in Thränen über,
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Und schluchzte nur: Erbarm', erbarm'
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Auch itzt dich mein, o Lieber!
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»gib dich zufrieden, gutes Herz!
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Ich liebe dich noch immer.
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Nur häufe Schmerzen nicht auf Schmerz,
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Und stille dein Gewimmer.
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Hier hast du meine rechte Hand,
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Dein Fritz wird treulich sorgen
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Für dich und deiner Liebe Pfand,
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Und alles bleibt verborgen.«
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Gertrud von
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In dieses Holz spatzieren;
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Das Unglück mußt' auch heute sie
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Nah an die Kelle führen.
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Hier hört sie eine Stimm' und spitzt
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Das Ohr, schleicht durch die Hecken
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Sich immer näher hin, und itzt –
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Denkt selbst Euch Trudchens Schrecken!
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»für sie und ihrer Liebe Pfand
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Will Fritz getreulich sorgen?
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Bin ich bei Sinnen, bei Verstand?
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Ist's Nacht und Traum? Ist's Morgen?
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Halt! stehn sie auf? – Sie gehen fort! –
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Was thu' ich? Folg ich ihnen?
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Kann solch ein Scheusal noch ein Wort,
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Noch einen Blick verdienen?« –
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Fritz und die Schwester waren grad
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An jenem Schlund', den oben
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Ihr in der Höhle Kuppel saht,
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Als durchs Gebüsch gestoben
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Das Fräulein kam. »Ist das die Braut?«
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Fragt höhnisch sie und bitter,
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Indem sie auf die Schwester schaut,
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Und lächelnd sprach der Ritter:
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»ei, ei! das Horchen thut nicht gut!
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Wenn ich mich nun beklagte?« –
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Sie aber stieß mit voller Wuth
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Ihm vor die Brust, und sagte:
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Fort Bösewicht! bist du noch kühl
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Dabei, daß dein ich spotte? –
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Fritz wich zurück, und glitscht' und fiel
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Hinab in diese Grotte.
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Mein Bruder! Ach! mein Bruder! schrie
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Das Fräulein Adelheide,
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Und sank erblassend in die Knie,
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Erdrückt von so viel Leide.
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»was? Er dein Bruder? Nun, so flieg'
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Dem Teufel nach zur Hölle!«
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Sprach Gertrud. Adelheide schwieg,
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Todt war sie auf der Stelle.
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Gertrude floh durch Busch und Dorn;
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Gewinsel aus der Höhle
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Erreicht sie hier; weg war ihr Zorn,
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Voll Mitleid ihre Seele.
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Als sie herab zur Grotte sprang,
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Lag Fritz von Wülferode
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Zerschmettert auf der Erd', und rang
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Zähnknirschend mit dem Tode.
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»fritz! Fritz! Was machst du? Kennst du mich
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Nicht mehr? Ich bin ja Trude!
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Sieh! ich bin nicht mehr bös' auf dich!
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Was ist das? – Schwimmst in Blute?« –
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Sie faßt ihn bei der Hand, doch schier
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Fiel schwer wie Blei sie nieder;
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Fritz schlug die Augen auf, sah stier
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Sie an, und schloß sie wieder.
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Aus seiner Tasche hing von Flor
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Ein Tuch, das sie ihm stickte;
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Sie zog's und ach! den Brief hervor,
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Den Adelheid ihm schickte.
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Das Fräulein las, sank hin und lag,
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Die Händ' auf Fritz gefaltet;
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Als sie erwacht' am Nachmittag',
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War Fritz bereits erkaltet.
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Gertrude, fühllos, dumpf und krank
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Am Leib' und an der Seele,
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Saß ohne Speis' und ohne Trank
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Drei Tag' in dieser Höhle.
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Ihr Vater und sein Hofgesind'
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Durchstöbert' alle Sträuche,
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Und fand zuletzt das schöne Kind
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Im Schlaf' auf Fritzens Leiche.
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Sie blieb am Leben, doch betrog
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Die Hoffnung manche Freier
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Um ihre Hand; das Fräulein zog
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Ins Kloster, nahm den Schleier,
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Und saß, wenn alles schlief, und wacht'
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Und weint' auf ihrer Zelle,
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Und starb. – Oft hör' ich itzt bei Nacht
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Sie trauren in der Kelle.
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Das Horchen thut, sprach Fritz, nicht gut!
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Doch Eifersucht noch minder!
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Drum, bitt' ich, seyd auf Eurer Huth,
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Ihr guten, schönen Kinder.
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Denn vorgethan, und nachbedacht,
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Wie wir zu oft vergessen,
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Hat manchen in groß Leid gebracht. –
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Doch kommt zum Abendessen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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