Auch ich, ich lasse mir zuweilen träumen

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Auch ich, ich lasse mir zuweilen träumen Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Auch ich, ich lasse mir zuweilen träumen,
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Wie jeder, der einmal gereimt,
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Daß mit des Harzes jüngsten Eichenbäumen
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Mein Lorbeer einst noch in die Wette keimt.
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Doch wahrlich nicht, weil ihr, oft herbe Lieder,
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Im Wahn' des Sängers süßer wärt;
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Ich schlage gern' beschämt die Augen nieder,
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Wenn euch das Ohr des größern Meisters hört.
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Süß aber ist's, zu träumen, daß von Wesen,
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Die ich geliebt, und selbst, Gesang
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Nicht dichten konnten, man noch dann wird lesen,
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Wenn sie und mich vorlängst das Grab verschlang.
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So möcht' ich auch, du König aller Hunde!
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So gerne die Unsterblichkeit
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Dir geben! denn in mancher Lebensstunde
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Hast schmeichelnd du, mich Traurigen, zerstreut.
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Du trugst, wenn ich zu lang in träger Ruhe
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Am Pulte saß, – gerad als wärest du
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Mit meinem Arzt' verstanden – mir die Schuhe
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Schon oft von selbst, mich anzukleiden, zu.
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Und
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Als du, wenn ich den Hut ergriff!
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Vor großer Freude ranntest du die Hühner
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Und Enten um – und standest, wenn ich pfiff!
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Und wenn ein Maulwurf unser Beet voll Bohnen
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Zerwühlt, so lauerst du ihm auf,
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Um seine Frevelthat zu lohnen,
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Geht auch der Abendstern darüber auf.
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Doch meine Wachtel, gutes Thier! spatzieret
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Nach Herzenslust auf dir herum,
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Und picket dich am Ohr', und närrt und schieret
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Dich baß; und du? siehst kaum einmal dich um.
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Dann aber sprühten deine Augen Feuer,
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Wenn Nachts ein Dieb am Laden war;
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Dein eignes Leben ist dir niemals theuer,
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Entziehst du mich nur immer der Gefahr.
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Wie lohn' ich dir so viele schöne Thaten?
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Ein Denkmal will ich einst dir weihn!
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Doch, besser ist vorher im Leben Braten,
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Als nach dem Tode bloß ein Marmorstein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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